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CD-Review: Blues Control – U reap what u sow


Info
Bandname: Blues Control
Albumname: U reap what u sow
Musikrichtung: Blues
Erscheinungsjahr: 2011
Label: self released
Herkunft: Deutschland
Myspace: http://www.myspace.com/bluescontrolde
Website: http://www.blues-control.de


Was kommt dabei heraus, wenn man Stevie Ray Vaughan, John Mayall und Eric Clapton miteinander kombiniert?
Keine Ahnung, vermutlich nur Soli auf drei LPs gepresst – oder eben Blues Control.

Die Scheibe beginnt recht entspannt mit dem Titeltrack der einem mit seinem kurzen und prägnanten Refrain gleich zum mitsingen animiert. Nicht der beste Song des Albums aber ein guter Opener.

Mit “Hey brother” wird es da schon interessanter. Das funkige Grundthema des Songs wechselt sich gekonnt mit dem recht rockigen Passagen ab. Sehr schön arrangiert und mit einem guten abrupten Ende garniert.

Für all jene die einen klassischen Bluessong mit gefühlten drei Stunden Spielzeit, verfeinert durch stimmige, mitreißende und vor allem überraschende Soli suchen, denen sei “Fool to believe” wärmstens empfohlen – wirklich gelungen.

Aufgelockert wird die Stimmung wieder durch “Don’t look back” und das sich anschließende “Man like me” und gerade letzterer sorgt für willkommene Abwechslung: Schöne Pinch Harmonics, ein „Breakdown“ und wirklich nette Schlagzeugfills machen diesen Song zu einem meiner persönlichen Highlights.

Was könnte noch fehlen…
Richtig! Ein Akkustik-Song und genau den bekommt man auch mit “Cryin’ bout myself” – gut gespielt, vielleicht ein wenig zu kurz.

Fast schon ein wenig fragil beginnt “Sittin’ next to me”, der auf das rockige Instrumental “Audiohazard” folgt. Eine Nummer die mich irgendwie an Rory Gallagher erinnert. Perfekt zum nachdenken – nicht aufdringlich, aber mit eindeutigen Höhepunkten.

Geschlossen wird das Album von “Who u are”, der fast aus einer einzigen Leadgitarre zu bestehen scheint und dem etwas schleppenden “U just love yourself” – schöne Bassläufe und wirklich gelungenen Soli runden hier diese letzte Runde ab.

Also nur Hits? Im Grunde ja – jedoch, um zu den Kritikpunkten zu kommen, hätte ich mir seitens des Gesangs mehr Variationen gewünscht (wie vereinzelt angedeutet in “Who u are”) sowie den ein oder anderen Song, der das Schema des Albums ein wenig mehr verlässt – natürlich ist die Platte abwechslungsreich aber ein kleiner Rocker oder ein etwas ausgebauter Unplugged Song hätte sicher nicht geschadet.

FAZIT:
“U reap what u sow” hat das Zeug ein Referenzalbum der neueren Bluesgeschichte zu werden. Angenehme Produktion, gute Songauswahl – definitiv nicht nur für Fans von Stevie, John und Eric.


Hörtipps: „Fool to believe”, “Man like me” und “Sittin’ next to me”

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Tracklist:
01. U reap what u sow
02. Hey brother
03. Fool to believe
04. Don’t look back
05. Man like me
06. Cryin’ bout myself
07. Audiohazard
08. Sittin’ next to me
09. Who u are
10. U just love yourself


Besetzung:
Vocals, Guitar: Christian Meidinger
Bass: Günther Tille
Drums: Stefan Hirtreiter
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CD-Review: BIG BANG – Sin renuncia a la esperanza


Info
Bandname: BIG BANG
Albumname: Sin renuncia a la esperanza
Musikrichtung: Alternative Rock
Erscheinungsjahr: 2010
Label: Nat Team Media
Herkunft: Spanien
Myspace: http://www.myspace.com/grupobigbang
Website: http://www.bigbang.es

Wow! Audioslave haben doch ein neues Album und Chris Cornell singt…auf spanisch?
Da stimmt doch etwas nicht…

So oder so ähnlich waren meine ersten Gedanken zu BIG BANGs „Sin renuncia a la esperanza” und gewisse Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Knackiger Alternative Rock angereichert mit einer guten Portion Funk sowie einer kleinen Priese Crossover – ein Rezept das durchaus zu überzeugen weiß jedoch trainierte Geschmacksnerven erfordert.

“Oir y callar” beginnt ein wenig schleppend , klingt dennoch durch den ansprechenden Einsatz von Effekten recht interessant und modern. Nicht der beste Titel aber ein gelungener Opener, auf welchen allerdings einer der besten Songs dieses Albums folgt: „Fiel”, markantes Gitarrenspiel, überraschendes Songwriting und ein hitverdächtiger Refrain heben dieses Stück vom Rest der Scheibe stark ab.

Um die Vielschichtigkeit dieses Albums zumindest ein wenig zu beleuchten, seien an dieser Stelle „La esperial”, „No fue por error” und „Dime” erwähnt.

Ersterer kommt zwar mit einem (für diese Band) straighten Riffing daher, entpuppt sich jedoch nach kurzer Zeit als progressive, lebendige und vor allem durchdachte Komposition mit schön viel Groove. „No fue por error” hingegen zeigt sich natürlich nicht weniger progressiv, aber viel jazziger und lebt von einer wirklich gelungenen kompositorischen Dynamik. Einzig die Gesangseffekte empfinde ich nicht gänzlich als gelungen, allerdings kann der Übergang zu dem sich anschließenden, sehr entspannten und ebenfalls jazzigen „Dime” wieder voll überzeugen.

Um es festzuhalten: Innerhalb von drei Songs bewegten sich BIG BANG also zwischen Funk Rock der Marke Rage Against The Machine über den Klangteppich älterer Tool Platten bis hin zu einem, an Pat Matheny erinnernden Fusion Jazz – wieder einmal ein Anwärter auf den großen Preis für Abwechslungsreichtum!

Wie verhält es sich denn nun mit dem ersten Höreindruck, der mich so stark an Audioslave erinnerte? Dieser bleibt bei den rockigeren Nummern wie z.B. „Esclavo” definitiv bestehen: Sehr kräftiges, eingängiges Riffing, gute Leadgitarren und ein melodischer, scheinbar über allem thronender Gesang.

Zur Produktion: Recht transparent, nie zu trocken aber der Produzent hat es für meinen Geschmack bei dem ein oder anderen Effekt (Gesang/Hall) ein wenig zu gut gemeint.

Fazit:

Wer sich für Bands wie Cynic, The Velvet Underground und natürlich Audioslave begeistern kann, wird sich ganz sicher bei BIG BANG sofort wohl fühlen – abwechslungsreiche, spannende Songs, die mit jedem erneuten Hören an Vielfalt gewinnen.

¡Está bien!

Hörtipps: “Fiel”, “La esperial”, “No fue por error” undSiento el dolor”

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Oir y callar
02.
Fiel
03. En
calma
04. Hay
suenos
05. La
espiral
06. No
fue por error
07. Dime
08.
Esclavo
09.
Siento el dolor
10. Sin
rencor

Besetzung:
Gesang:           Manuel Rubiales
Drums:            Siscu Carrasco
Bass:               Rafa Caamaño
Gitarre:           Francisco Rubiales
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LP-Review: Henrik Freischlader – Still Frame Replay



Info

Bandname: Henrik Freischlader
Albumname: Still Frame Replay
Musikrichtung: Blues, Rock
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Cable Car Records
Herkunft: Deutschland
Myspace: http://www.myspace.com/henrikfreischlader
Website: http://www.henrik-freischlader.de

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Wertung dieses Albums ist mir sehr schwer gefallen: Volle Punktzahl oder Poleposition knapp verfehlt… Nach dieser Einleitung sollte jedem klar sein, dass es sich um eine wirklich gute, vielschichtige und vor allem natürliche Platte handelt. Blues Rock nah an der Perfektion, dargeboten von einem wirklich guten Musiker, gewürzt durch ein abwechslungsreiches, intelligentes Songwriting und zum Abschluss ansprechend garniert mit einer sehr transparenten, natürlichen Produktion.

Schon der Opener und Titeltrack mit Joe Bonamassa an der Leadgitarre ist nicht nur ein wirklich gelungener Blues-Rock-Song mit einer sehr eingängigen Hookline und überragenden Soli, sondern ein absoluter Kaufgrund für “Still Frame Replay” – jedoch sollte an dieser Stelle erwähnt sein, dass jegliche Gitarren auf diesem Album unglaublich vielseitig und überzeugend dargeboten werden, von feinen Clapton-Leads bis hin zu sehr starken Hard-Rock-Licks, kompositorische Abwechslung und spielerische Raffinesse sind hier Programm.

Einen der eingängigsten Songs dieses Albums stellt “What’s My Name” dar, griffiger Blues mit einer Portion Reggae, entspannten Soli und einer unglaublich guten Hookline – ein Titel der an Coolness kaum zu überbieten ist.

Die Produktion hingegen zeigt sich sehr natürlich und erhaben, sie betont vielmehr die Details, als eine massive Soundwand zu erzeugen. Eindrucksvoller Beleg hierfür ist das minimalistische, an Clapton erinnernde “The Memory Of Our Love”. Vom warmen Gitarrenhall über den sich, mit steigender Intensität des Songs, verändernden Snaresound bis hin zur kreativen Positionierung der Gesangsmikrofone – so klingt eine zeitlose Produktion.

Stilistisch pendelt Herr Freischlader zwischen Rock, Pop, Jazz und Blues, eine Mischung die zu überzeugen weiß (vielleicht fast schon ein wenig zu abwechslungsreich).

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass sich dieses Review auf die Vinylversion des Albums bezieht, welche neben der grandiosen Aufmachung auch noch mit drei Bonustracks daherkommt, von welchen “Empty Threads” einen der besten Songs dieser Platte darstellt. Natürlich habe ich mir anlässlich dieses Reviews auch die CD-Version besorgt, um etwas über den klanglichen Unterschied sagen zu können – kurz gesagt, die Vinyl klingt einfach deutlich besser, daher rate ich allen, die einen Plattenspieler ihr Eigen nennen zu einem Kauf dieser.

Fazit:
Großartige, ausgewogene Platte, eingängig und sehr abwechslungsreich – in diesem Sinne “What’s My Name?”, HENRIK motherfucking FREISCHLADER!

Hörtipps: „Still Frame Replay”, “Whats My Name”, “The Memory Of Our Love” und “Look At The Fool”

Bewertung: 9 von 10 Punkten

Tracklist:

01. Still Frame Replay
02. Longer Days
03. Come On My Love
04. What’s My Name
05. The Memory Of Our Love
06. Gentlemen!
07. If I Could Only Be Myself
08. I’ve Got It Good
09. Growing Old
10. Do Did Done
11. Look At The Fool
12. The Blues (LP Bonustrack)
13. I’d Rather Go Blind (LP Bonustrack)
14. Empty Threads (LP Bonustrack)

Besetzung:

Vocals, Guitar, Bass, Drums: Henrik Freischlader
Organ, Piano: Moritz Fuhrhop
Percussion: Max Klaas
Bass: Theo Fotiadis (If I Could Only Be Myself)
Drums: Björn Krüger (If I Could Only Be Myself)