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Musik

CD-Review: Foo Fighters – Wasting Light

Info
Bandname: Foo Fighters
Albumname: Wasting Light
Musikrichtung: Rock, Post-Grunge
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Sony
Herkunft: USA
Myspace: http://www.myspace.com/foofighters
Website: http://www.foofighters.com/

Nach langem Überlegen habe ich mich nun doch dazu entschlossen, das neue Album der Foo Fighters namens „Wasting Light“ meiner Bewertung zu unterziehen. Zu allererst bleibt mir nur zu sagen: Es fiel mir nicht leicht, da man dem Album wirklich ein paar Tage Zeit geben muss, wie man an einigen Nummern merkt, wenn man sie mehrmals hintereinander hört.

Die Scheibe beginnt mit dem genialen „Bridge Burning“, der mit gutem Riffing, schönen Basslines, heißem Groove und fetter Produktion zu überzeugen weiß. Ein straighter Rocker und verdammt guter Opener gleich zum Anfang. So kann es weiter gehen. Und weiter geht es auch. Mit dem abwechslungsreichen „Rope”, dessen Ohrwurmrefrain, Solo und schöner Mittelteil mich in seinen Bann gezogen hat. Allerdings hat der Song keinen ganz so netten Groove wie „Bridge Burning“ und meiner Meinung nach ist das Intro nicht ganz so gelungen.

„Dear Rosemary“ hingegen zählt schon mal gleich zu meinen absoluten Lieblingssongs. Die wunderbaren Breaks in der Strophe, der wahnsinnig gute Pre-Chorus, der Refrain selbst, der rockige Mittelteil und das geniale Ende ließen mich sprachlos erblassen. Vor allem der nahtlose Übergang des rockenden Mittelteils in den Refrain lässt einfach keinen mehr sitzen. Es folgt die für die Foo Fighters ungewöhnliche Nummer „White Limo“. Der Song ist eindeutig der härteste auf dem Album, besitzt einen guten Drive und ein schönes Solo im Mittelteil. Der Gesang Dave Grohls ist hier erst mal gewöhnungsbedürftig, was sich nach ein paar Mal Hören allerdings erledigt. Jedoch ist der Song zu kurz und zeigt zu wenig Abwechslung.

Mein nächster Favorit heißt „Arlandria“ (vielleicht auch, weil er gerade im Refrain so stark an Nirvana erinnert?). Der Song ist sehr abwechslungsreich, der Refrain ist einfach großartig und die Bridge besitzt eine wahnsinnig gute Lead. 45 Minuten. Ist das zu viel verlangt? Das sehr spezielle „These Days“ ist einer der Songs, der nicht gleich von Anfang an überzeugen kann, der sich allerdings auch  bei jedem Hören weiter entwickelt und immer großartiger wird. Gerade nach dem kraftvollen „Arlandria“ wirkt die nachdenkliche Strophe sehr gut, der Übergang in den Refrain ist sehr schön, dasselbe gilt auch für den Wechsel zurück. Er braucht zwar eine Weile, bevor er richtig zündet, trotzdem gehört „These Days“ mit Sicherheit zu den vielversprechendsten Songs des Albums.

Auch „Back and Forth“ besitzt im Pre-Chorus einen gehörigen Nirvana-Effekt. Der Song rockt schön ab, gerade das Ende ist sehr überzeugend, mir persönlich gefällt auch der wunderbare Groove im Refrain. „A Matter of Time“ überzeugt mit seinem bewegenden Refrain, der schönen Melodie in der Strophe und dem absolut mitreißenden Ende.

Weiter geht es mit einem weiteren Favoriten meinerseits: „Miss the Misery“. Die Strophe besitzt eine gewisse Atmosphäre, die einen einfach in ihren Bann zieht und nicht mehr loslässt, bis der unglaublich gute Groove in der Bridge einsetzt. Über die Größe des Refrains muss ich nicht viele Worte verlieren. Das Interlude überzeugt gerade durch die starke Lead-Gitarre, bevor der Song wieder mit einem mitreißenden Ende sein großes Finale erlebt. Und wieder folgt mit „I should have known“ eine Ballade auf einen absoluten Rocker. Der Song ist sehr emotional und löst bei mir eine Gänsehautstimmung aus, allerdings finde ich ihn zu Beginn etwas schwerfällig. Gastmusiker auf dieser Nummer ist übrigens der ehemalige Nirvana-Bassist Krist Novoselic.

Das Album endet letztendlich mit dem großartigen Ohrwurm „Walk“. Mich überzeugt der Song mit seinem Groove, dem aufbauenden Text, der Emotionalität und Präsenz des Interludes und dem Fakt, dass dieser Titel einfach ein mehr als würdiger Abschluss für ein mehr als nur sehr gutes Album ist. Zum Schluss sei noch schnell erwähnt, dass das gesamte Album in Dave Grohls Garage höchstpersönlich aufgenommen wurde und trotzdem nicht nach einem Garagenalbum klingt. Ob man das nun negativ oder positiv bewerten will, sei jedem selbst überlassen. Jedenfalls haben die Foo Fighters mal wieder gezeigt, wo man als heutige Rockband seine Messlatte hinzuhängen hat. Vorbei kommt an diesem Kracheralbum so schnell keiner.

Hörtipps: „Dear Rosemary“, „Arlandria“, „These Days“, „Miss the Misery“, “Walk“.

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Bridge Burning
2. Rope
3. Dear Rosemary
4. White Limo
5. Arlandria
6. These Days
7. Back & Forth
8. A Matter Of Time
9. Miss The Misery
10. I Should Have Known
11. Walk

Besetzung:
Gesang, Gitarre, Keyboard:   Dave Grohl
Bass:                                     Nate Mendel
Schlagzeug, Gesang:              Taylor Hawkins
Gitarre, Gesang:                     Chris Shiflett
Gitarre, Gesang:                     Pat Smear
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Musik

CD-Review: The Blackout – Hope

Info
Bandname: The Blackout
Albumname: Hope
Musikrichtung: Post-Hardcore, Rock
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Cooking Vinyl
Herkunft: Wales
Myspace: http://www.myspace.com/theblackout
Website: http://www.theblackout.net/

Langsam wird es seltsam. Schon wieder kommt mir das neue Album einer walisischen Band in die Hände. Und schon wieder muss ich natürlich meinen Senf dazu geben. Es ist jetzt zwar schon einen Monat her, dass The Blackout ihre dritte Scheibe „Hope“ veröffentlichten, doch diesem Album musste ich doch erst einmal Zeit geben, bevor ich wusste, was ich schreiben soll.

Zuerst fällt einem auf, dass „Hope“ sich klanglich nicht unbedingt am Vorgänger „The Best in Town“ (2009) zu orientieren scheint. Die Songs sind nicht mehr ganz so hardcorelastig, eher rockiger. Dies fiel mir schon beim Opener „Ambition Is Critical“ auf, auf dem nicht ein einziges Mal deutlich Shouts und Screams zu hören sind. Im nächsten Song „Never By Your Side“ ändert sich der erste Eindruck schon wieder komplett, denn die gesamte Strophe ist wieder vom typischen Gesangswechsel zwischen Sean Smith (Screams) und Gavin Butler (cleaner Gesang) geprägt.

Die erste Single-Auskopplung „Higher And Higher“ kommt mit einem für Abwechslung sorgenden Auftritt des amerikanischen Punk-Rappers Hyro Da Hero daher. Auch hier hält sich Sean Smith mit Screams eher im Hintergrund. Es folgt der balladeske Titelsong „Hope (Scream Out Loud)“, dessen Refrain mit nervig-poppigen Gangshouts unterstützt wird. Irgendwie scheinen die Jungs trotz des Popcharakters des Songs nicht auf ihre Hardcore-Wurzeln verzichten zu wollen.

Nach dieser kurzen Ruhepause wird dann wieder ordentlich in die Saiten geschlagen. Mit „This Is Our Time“ folgt einer meiner Favoriten des Albums, der durchaus auch mit „Shut The Fuck Uppercut“ oder „Said & Done“ vom Vorgänger verglichen werden darf. Sehr hart und genau so, wie ich The Blackout vom Vorgänger her kannte.  „The Last Goodbye“ hätte ebenso gut auf ein You Me At Six-Album gepasst, ist jedoch eine gute Abwechslung zu „This Is Our Time“, mir jedoch insgesamt etwas zu poppig.

„No More Waiting“ fängt so an, als wöllte er auf eine der beiden Load-Scheiben von Metallica gehören. Spätestens mit dem Einsatz der Screams hat sich der Eindruck dann jedoch erledigt. Alles in allem ein ganz starker, energiegeladener Song, der gegen Ende ein aufbauendes Element besitzt, das ich auch bei Lostprophets´ „Burn, Burn“ schon gehört habe. „The Devil Inside“ ist wieder einer meiner absoluten Favoriten des Albums. Netter Groove in der Strophe, schöne Hookline im Refrain und dazu ein sehr eingängiger Mittelteil – fertig ist der Ohrwurm.

Das darauffolgende „You´re Not Alone“ weist wieder sehr ruhige Züge auf. Schön allerdings finde ich den Pre-Chorus und den Refrain selbst. Die Nummer ist definitiv auch in deutschen Radios spielbar und wäre eine willkommene Abwechslung zu dem sonstigen (Pop-)Material. Auch „Keep on Moving“ wirkt wieder relativ balladesk, jedoch nicht nervig. Der Song hätte sich auch prima auf dem letzten Kids in Glass Houses- Album gemacht. Schön finde ich hier den aufbauenden Text, was bei The Blackout, im Gegensatz zu anderen Szenekollegen (z.B. Funeral For A Friend, usw.), ja schon von Anfang an herausstach.

Zu guter Letzt findet noch meine absolute Nummer eins des Albums Erwähnung. „The Storm“ hat mich mit seiner ruhigen Strophe und dem ohrwurmverdächtigen Pre-Chorus und Refrain in seinen Bann gerissen. Eine unantastbar gute Rocknummer zum Abschluss eines verdammt guten Rockalbums.

Die beiden Gitarristen James und Matthew Davies beweisen einmal mehr, dass man für gute Musik nicht immer unglaublich technisch, sondern auch mal straight forward spielen kann. Als Gitarrist kann ich mir nur wünschen, dass sich dieser Spielweise viele Bands anschließen, denn Laune machen die Songs allemal. Auch Bassist Rhys Lewis erledigt einen soliden Job. Gareth Lawrence (Schlagzeug) hat zumindest beim Songwriting sehr gute Arbeit geleistet, denn wie die Band bereits verkündet hat, ließ er sich bei den Aufnahmen zum Album von Hexes-Drummer Tom Winch und Kids In Glass Houses-Schlagzeuger Phillip Jenkins vertreten, die sich beide, wie Sean Smith verlauten ließ, während des gesamten Recording-Prozesses von Lawrence Kritik und genaue Spielanweisungen anhören mussten.

Wer sich zudem die Special Edition holt, erhält noch ein paar Bonussongs in Form zweier Akustikversionen („Hope“ und „You´re Not Alone“) und vier Coversongs („Party Hard“ von Andrew W.K., „Lump“ von den Presidents of The United States Of America (Hallo Punkwurzeln), „Save Tonight“ von Eagle-Eye Cherry und „You Gotta Fight For Your Right (To Party)“ von den Beastie Boys).

Alles in allem eine angenehme Weiterentwicklung der Band und hoffentlich noch nicht das Ende.

Hörtipps: „Higher And Higher“, „This Is Our Time“, „The Devil Inside”, “You´re Not Alone”, “The Storm”

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Ambition Is Critical
2. Never By Your Side
3. Higher And Higher
4. Hope (Scream It Out Loud)
5. This Is Our Time
6. The Last Goodbye
7. No More Waiting
8. The Devil Inside
9. You´re Not Alone
10. Keep On Moving
11. The Storm

Special Edition (CD2):
1. Party Hard
2. Lump
3. Save Tonight
4. You Gotta Fight For Your Right (To Party)
5. You´re Not Alone (Acoustic)
6. Hope (Scream It Out Loud) (Acoustic)

Besetzung:
Gesang, Screams:       Sean Smith
Gesang:                       Gavin Butler
Gitarre:                       James Davies
Gitarre:                       Matthew Davies
Bass:                           Rhys Lewis
Schlagzeug:                Gareth Lawrence
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Musik

CD-Review: Funeral For A Friend – Welcome Home Armageddon

Info
Bandname: Funeral For A Friend
Albumname: Welcome Home Armageddon
Musikrichtung: Post-Hardcore, teilweise Metalcore
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Roadrunner Records
Herkunft: Wales
Myspace: http://www.myspace.com/funeralforafriend
Website: http://www.funeralforafriend.com/
Verdammt, warum hat das so lange gedauert? Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben und dann klopft da das neue Funeral For A Friend-Album „Welcome Home Armageddon“ an meine Tür (und dann an die Ohren) und pustet jede Zweifel, die ich in letzter Zeit an der Band gehegt habe, umgehend weg.
Wie in meinem Review über Darkest Hour bereits angekündigt, habe ich ja meistens so meine Zweifel an Bands, die zu den Wurzeln zurück gehen wollen. Aber wenn diese Wurzel „Casually Dressed & Deep in Conversation“ heißt, dann bestehe ich darauf. Zwar hatte auch das „Hours“-Album von 2005 so seine Reize („Roses For The Dead“, „The End Of Nothing“. „All The Rage“), doch schon bei „Tales Don´t Tell Themselves“ kündigte sich ein Trend an, der mir nicht gefiel. Und das führte schließlich dazu, dass ich mir „Memory and Humanity“ nicht einmal komplett durchhörte.
Dementsprechend ging ich auch an „Welcome Home Armageddon“ mit relativ niedrigen Erwartungen heran. Doch was ich da zu hören bekam, war die Antwort der Waliser auf meine Stoßgebete nach einem neuen Album a la „Casually Dressed & Deep in Conversation“. Und ehrlicherweise muss ich sogar zugeben, dass sie mit der neuen Scheibe ihren Erstling sogar übertroffen haben. Und das ist der Umstand, den ich nie erwartet hätte.
Nach einem kurzen Intro werden einem schon bei „Old Hymns“ das erste Mal die Ohren weggeblasen, auch wenn mich der Song stark an den „Hours“-Opener „All The Rage“ erinnert. Doch gleich danach gibt´s mit „Front Row Seats To The End Of The World“ kräftig einen Hit vor die Nase gesetzt, der meiner Meinung nach bald schon ein neues „Juneau“ sein könnte. Das Potential dazu hat er. Hier werden einem auch endlich mal wieder die Hardcore-Wurzeln der Jungs deutlich gemacht (man achte auf die Strophe und den Breakdown). Dann geht es weiter mit dem Song „Sixteen“ (dem ersten Video der Scheibe). Meiner Meinung nach eine sehr schöne erste Radio-Auskopplung, die sich in jeder Teenie-Komödie als Anfangssequenz gut spielen lassen würde.
„Aftertaste“ packt dann wieder kräftig den Hardcore-Knüppel aus und setzt die Spielbarkeit für jeden Gitarristen, der die Mädels mit diesem Song gern einmal am Lagerfeuer beeindrucken würde (Achtung Ironie), an die Grenze des Unmöglichen. Ein sehr kraftvoller und melodischer Metalsong. Mit „Spinning Over The Island“ wird der nächste Hit ausgepackt, wieder sehr starke Gitarrenläufe, wieder viel Melodie (unter anderem der schöne Break in der Mitte) und an ein paar Stellen sogar ein wenig Progressivität sind hier die Zutaten. Auch „Man Alive“ überzeugt nach typischer FFAF-Manier, wobei sich dieser Song auch sehr gut auf „Hours“ gemacht hätte.
 „Owls (Are Watching)“ beginnt (und endet) etwas ruhiger, doch auch hier bekommt man nach kurzer Zeit wieder die volle Gitarrendröhnung, wobei der Song trotzdem durch sein langsameres Tempo relativ balladesk bleibt. Wer denkt, jetzt geht es ruhiger weiter, wird mit „Damned If You Do, Dead If You Don´t“ schmerzhaft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bei gefühlten 250 bpm überzeugen mich die Gitarren von Kris Coombs-Roberts und Gavin Borrough ein weiteres Mal vollends. Auch Ryan Richards am Schlagzeug spielt seine Double-Bass ein um ein Vielfaches sicherer als Metallicas Lars Ulrich (was zwar nicht schwer ist, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns hier nicht im Thrash Metal bewegen, doch stark beeindruckend).
„Medicated“ erinnert mich in der Strophe stark an das erste Lostprophets-Album „The Fake Sound Of Progress“. Aber auch dieser Song überzeugt mit seiner Power jeden, der sich die alten FFAF zurückgewünscht hat. „Broken Foundation“ könnte sogar von Metalcore-Größen wie As I Lay Dying kommen. Und das ist das größte Lob, das ich für diesen Musikstil aussprechen könnte. Auch der Titelsong „Welcome Home Armageddon“ … ach, was soll´s. Auf den muss man eigentlich gar nicht mehr näher eingehen. Die Kaufentscheidung ist sowieso schon längst gefallen.
Auch Produzent Romesh Dodangoda, der auch schon die walisischen Landsleute Kids in Glass Houses produzierte, hat auf diesem Album eine Spitzenleistung abgeliefert. Das Schlagzeug ist fett und präsent, der Bass von Richard Boucher für diese Musikrichtung sehr gut abgemischt. Über die Gitarren sage ich nicht mehr allzu viel, denn Kritik gibt es dort kein bisschen zu äußern. Auch Sänger Matt Davies-Kreye liefert eine seiner besten Leistungen und wurde von Dodangoda sehr gut in Szene gesetzt.
Alles in Allem ist „Welcome Home Armageddon“ ein verdammt gutes Comeback von Funeral For A Friend, dem hoffentlich noch viele solcher Alben folgen werden. „Casually Dressed & Deep In Conversation“ kann sich warm anziehen, denn hier kommt die schärfste Konkurrenz seit Jahren.
Hörtipps: „Front Row Seats To The End Of The World“, „Aftertaste”, „Spinning Over The Island“, „Broken Foundation”, „Welcome Home Armageddon“
Bewertung: 5 von 5 Punkten
Tracklist:
1. This Side Of Brightness
2. Old Hymns
3. Front Row Seats To The End Of The World
4. Sixteen
5. Aftertaste
6. Spinning Over The Island
7. Man Alive
8. Owls (Are Watching)
9. Damned If You Do, Dead If You Don´t
10. Medicated
11. Broken Foundation
12. Welcome Home Armageddon
Besetzung:
Gesang:                       Matt Davies-Kreye
Gitarre:                       Kris Coombs-Roberts
Gitarre:                       Gavin Borrough
Bass, Gesang:             Richard Boucher
Schlagzeug, Gesang:  Ryan Richards
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Musik

CD-Review: Darkest Hour – The Human Romance

Info
Bandname: Darkest Hour
Albumname: The Human Romace
Musikrichtung: Melodic Death Metal
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Century Me (EMI)
Herkunft: USA
Myspace: http://www.myspace.com/darkesthour
Website: http://darkesthour.info/
Immer wenn eine alteingesessene Band ankündigt, auf ihrem neuen Album zu den Wurzeln zurückzukehren, kann man meistens nur schaudern. Gerade wenn sie schon seit 15 Jahren existiert und nach Jahren der Mittelmäßigkeit in letzter Zeit nur noch gute Alben herausgebracht hat. Bei Darkest Hour sieht es genau so aus. Nach einer langen und prägenden Zeit, in der sie langsam ihre eigene Identität entwickelten, verpflichtete die Band aus Washington D.C den anerkannten Musiker/Produzenten Devin Townsend für ihr 2005 erschienenes „Undoing Ruin“. Die Band begriff, dass sie sich besser vom Rest der Melodic-Death-Metal-Plagiate, die es Anfang der 2000er Jahre in Amerika zuhauf gab, abgrenzen könnte, wenn sie ihre melodischere Seite stärker betonen. Das 2007er „Deliver Us“ war genauso stark und Townsend formte aus Darkest Hour einen soliden Metalact, der sowohl beeindruckendes Musikerteamwork als auch unverkennbar gute Einzelleistungen zu bieten hatte.
Mit dem zwei Jahre später erschienenen Album „The Eternal Return“ machte die Band jedoch einen großen Schritt nach hinten. Sie kamen erneut mit Brian McTernan zusammen, der ihr nicht wirklich erinnerungswürdiges Debüt „So Sedated, So Secure“ produziert hatte und fielen so in ihren alten, aggressiven und wenig melodiösen Sound zurück. Selbst die Mainstream-Langweiler Childen Of Bodom klangen auf ihrem schlechtesten Album besser.
Somit gab es eine angenehme Überraschung als Darkest Hour keine Zeit verplemperten und sich erneut ins Studio begaben, um ihr siebtes Album aufzunehmen (ein möglicher Grund könnte auch der Wechsel von Victory Records zu den höherklassigen EMI Records gewesen sein). Dass der einflussreiche Soilwork-Gitarrist Peter Wichers dem Album vorstand, konnte auch nicht so schlecht gewesen sein. Wenn es eine Band gibt, an der sich Darkest Hour am stärksten orientiert hat, dann war es Soilwork. Zudem ist Peter Wichers keine Produzenten-Niete und weiß genau, wie man eine solche Band formen muss. Resultat: „The Human Romance“ ist ein Album, dass rundherum erneuert klingt.
Am wichtigsten ist hierbei das verbesserte Songwriting. Wenn uns „The Eternal Return“ etwas gelehrt hat, dann dass Melodic Death Metal ohne eingängige Melodien relativ sinnlos erscheint; denn immerhin soll es ja melodisch sein. Als „The World Engulfed In Flames“ die Scheibe mit den besten zweigeteilten Gitarren einleitet, die wir von Darkest Hour seit langem hören durften, wissen wir sofort, dass sich die Jungs wieder in der Spur befinden. Ihr Rezept ist zugegebenermaßen sehr einfach, aber es ist eines, auf das sie sich immer verlassen konnten. Die Brutalität wurde für gute Dynamiken zurückgeschraubt und als der Track graziös in eine klassische Bridge übergeht, wagt er sich sogar an den hoch entwickelten Stil von Killswitch Engage heran. Nachdem Kris Norris 2008 die Band verlassen hatte, fragten sich nach „The Eternal Return“ viele, ob die Band je zu ihrer Balance zwischen Aggression und Eingängigkeit zurückfinden würde, doch Mike Schleibaum und Mike Carrigan beweisen immer mehr, dass sie dazu in der Lage sind.
Sänger John Henry zeigt wieder wie auf „Undoing Ruin“ und „Deliver Us“ was er kann, wobei er gottseidank auch wieder auf die clean gesungenen Passagen zurückgreift. Dadurch bekommen wir Songs wie „Wound“, „Beyond The Life You Know“ und die fantastische, singletaugliche Nummer „Love As A Weapon“, die beweist, dass Johns Gesang viel mehr Tiefe hat, als der anderer Sänger. Interessanterweise jedoch hat der spannendste Moment auf dem Album gar keine Vocals. Das mehr als achtminütige Instrumental „Terra Solaris“ ist ein großer Schritt für eine Band, die daran gewohnt ist, nur halb so lange Songs zu veröffentlichen, aber dieses Stück ist einfach genial. Schleibaum und Carrigan führen den Hörer mit den faszinierendsten Melodien, die je aus der Feder eines Darkest Hour-Songwriters gekommen sind, durch den Song. Nein, dieses Album weicht kein bisschen von seinem Melodic-Death-Metal-Ansatz ab, aber es ist eine willkommene „Wiedergeburt“ einer der besseren amerikanischen Melodeath-Bands dieses Planeten.
Bewertung: 4 von 5 Punkten

Tracklist:
1. Terra Noctunus
2. The World Engulfed In Flames
3. Savor The Kill
4. Man & Swine
5. Love As A Weapon
6. Your Everyday Disaster
7. Violent By Nature
8. Purgatory
9. Severed Into Separates
10. Wound
11. Terra Solaris
12. Beyond The Life You Know
Besetzung:
Gesang:           John Blakemore Henry
Gitarre:           Mike Schleibaum
Gitarre:           Mike Carrigan
Bass:               Paul Burnette
Schlagzeug:    Ryan Parrish
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Musik

CD-Review: The Get Up Kids – There Are Rules

Info
Bandname: The Get Up Kids
Albumname: There Are Rules
Musikrichtung: Alternativ / Indie
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Quality Hill Records (Soulfood)
Herkunft: USA
Myspace: http://www.myspace.com/thegetupkids
Website: http://www.thegetupkids.com/
Es wäre unfair zu erwarten, dass The Get Up Kids immer noch so klingen würden, wie sie es auf ihrem richtungsweisenden Album „Something To Write Home About“ vor zehn Jahren taten. Nach diesem Album und bevor sie ihre Karriere unterbrachen, hatten sie ihren Sound poppiger gestaltet. Doch was immer man von The Get Up Kids erwartet, auf diesem Album wird man es nicht finden. Wenn es also, wie es der Albumtitel andeutet, Regeln geben sollte, dann haben sie sich gewiss über die Jahre verändert.
Indem sie ein neues Gebiet betritt, hat sich die Band ein Problem geschaffen, dass sie nun selbst lösen muss. Es scheint ziemlich klar zu sein, dass die Jungs nicht mehr die sein wollen, die sie einmal waren, doch genauso unklar ist auch, wer sie denn dann sein wollen. „There Are Rules“ ist nicht der gitarrenlastige, unverfrorene und doch poppige Emo-Rock, in dem sie sich ihren Namen gemacht haben. Eigentlich ist die Scheibe kaum ein Album, das man gitarrenlastig nennen kann. Stattdessen ist es ein Album mit ausgeprägten – und oft perplexen – Klangeigenschaften. Das Keyboard, das normalerweise die Songs mit Melodie versehen hatte, dominiert. Gitarren und Gesang laufen durch stark verzerrende Filter. Das einst antreibende Schlagzeug läuft nun einfach nur dem Strom hinterher und versucht, das Ganze von hinten anzutreiben, anstatt selbst die gewohnte Führungsrolle zu übernehmen.
Der Wechsel von einer fundamentalen Rockband, die auf ihren frühen Werken zu hören ist, zu einer effektüberladenen Band heutzutage, ist zwar interessant, allerdings nur auf dem Papier. Denn vieles auf „There Are Rules“ fühlt sich gezwungen an. Im Grunde hätten viele der Songs bereits auf „Guilt Show“ ihren Platz haben können, wenn sie nicht so unnatürlich in etwas anderes verwandelt worden wären. „Tithe“, der Opener, könnte ein starker Rocksong sein, wären die Drums nicht so hohl und der gesamte Song nicht so seltsam produziert. „Shatter Your Lungs“ fängt mit einem coolen Groove an, doch das elektronische Rumgedudel geht einem mit der Zeit irgendwie doch gegen den Strich. Manchmal funktionieren diese neuen Elemente natürlich auch. „Automatic“ und „Pararelevant“ sind die besten Beispiele dafür und gleichzeitig auch die besten Rocksongs.
Diese Songs funktionieren allerdings deshalb, weil die Effekte um sie herum gelegt wurden und nicht einfach nur drauf gepackt sind. Alles andere kommt eher experimentell, aber auch konfus daher, denn die stark bearbeiteten Songs spielen der Band nicht gerade in die Hände. Die Gitarren werden von den unendlich störenden Effekten absolut zerstört und Matt Pryors Stimme ertrinkt fast im Hall oder anderen Filtern und verschwindet im Mix fast vollkommen. Mit dem ganzen Produktionstheater bekommt das Album ein raues, industrielles Feeling.
„Turn away, turn away, from everything we once were“, ruft Pryor während „Keith Case“. Dieser Ausruf könnte ein perfekter Albumtitel sein, wenn er nicht so ironisch wäre. Gerade dieser Song ist klarer als alles andere auf der Scheibe, ein richtiger Rocker und ein sehr willkommener Break vom Rest des von Effekten überfüllten Albums. Die Neigung der Band, etwas zu probieren, das sich neu anfühlt, ist bewundernswert und gut und The Get Up Kids können damit punkten, uns nicht mit langweiligem Abklatsch ihrer alten Alben zu nerven. Aber obwohl man sagen kann, dass sie diesen Absturz vermieden haben, kommt das Beharren darauf, sich überhaupt nicht an der Vergangenheit zu orientieren, doch nicht auf seine Kosten. Schlussendlich klingt „There Are Rules“ wie das Produkt einer Band, die zwar weiß, was sie einmal war, sich jedoch noch nicht darüber einig ist, wo sie hin will.
Bewertung: 1,5 von 5 Punkten
Tracklist:
1. Tithe
2. Regent´s Court
3. Shatter Your Lungs
4. Automatic
5. Pararelevant
6. Rally ´round The Fool
7. Better Lie
8. Keith Case
9. The Widow Paris
10. Birmingham
11. When It Dies
12. Rememorable
Besetzung:
Gitarre, Gesang:         Matt Pryor
Gitarre:                       Jim Suptic
Bass:                           Robert Pope
Keyboard:                  James Dewees
Schlagzeug:                Ryan Pope
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Musik

CD-Review: Artillery – When Death Comes

Info
Bandname: Artillery
Albumname: When Death Comes
Musikrichtung: Thrash Metal, Heavy Metal, Alternative Metal
Erscheinungsjahr: 2009
Label: Refield Records (Alive)
Herkunft: Dänemark
Myspace: keine
Website: http://www.artillery.dk/
Mit „When Death Comes“ wenden sich Artillery erneut einem noch unentdeckten musikalischen Weg zu. Nach fast zwanzig turbulenten Jahren, formierte sich das ehemalige Line-Up von By Inheritance 2007 unter dem Power Metal-Vokalisten Søren Nico Adamsen als Frontmann neu. Nach einer Live-DVD und zahlreichen Europakonzerten ging die Band im März 2009 ins Studio. Søren Andersen, Gitarrist von Oliver Weers und Kandidat für den Eurovision Song Contest (ja, tatsächlich) wurde überraschend dazu auserkoren, die Produktion zu übernehmen. Das Resultat ist das erfrischende und interessante „When Death Comes“.
Es ist schon fast eine Tradition dieser Band, dass ihr Sound sich erneut komplett verändert und in eine neue Version gebracht wurde. Der Kern der Musik ist Thrash Metal mit sehr starken Power/Heavy Metal-Einflüssen, traditionelleres Songwriting und der orientalische Touch, der seit 1990 ein Markenzeichen der Band geworden war. Vergleichen wir die Scheibe mit früheren Werken der Band, fällt auf, dass die Musik viel geradliniger und stärker um die Gesangslinien orientiert wurde. Die Riffs kehren auf konventionelleren Boden zurück und ähneln sich in der Herangehensweise denen auf ihren anderen Alben. Mit dem Titelsong (gleich der erste auf dem Album) ergreift sich die Scheibe sofort die Aufmerksamkeit des Hörers und lässt ihn kaum wieder los.
Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Erstens gibt es Momente, in denen sich die Vocals sehr unbequem anfühlen, am stärksten ist das bei „Not A Nightmare“ und „The End“ wahrzunehmen. Obwohl Nico einen sehr guten Job gemacht hat, kann er sich nicht in die Fußstapfen von Flemming Rönsdorf pressen und sollte dies auch nicht versuchen. Ein zweiter Kritikpunkt wäre, dass nicht alle Songs des Albums die Aufmerksamkeit des Hörers so sehr fesseln, wie zum Beispiel der Titeltrack. Am deutlichsten wird das bei „Damned Religion“, der, um es einfach auszudrücken, einfach zu lang und am Ende sogar ermüdend langweilig ist. Die dritte Kritik: Übersteuern. Da das Album sehr laut produziert ist, ist der Schaden leider nicht zu überhören. Es wird jedoch nie so schlimm, dass es einem auf die Nerven geht, trotzdem ist es ein Fehler des Produzenten.
Wenden wir uns dem Schlagzeug zu. Der große Unterschied ist, dass Carsten Nielsen weitaus kontrollierter spielt als auf den wilden, ungestümen 80er-Jahre-Platten. Eine gute Idee, doch auch die alte Variante hatte seine Vorzüge. Eine Evolution, die sich, wie vorher schon erwähnt, durch die ganze Band zieht und in einer traditionelleren, liedbasierteren Musik resultiert. Bei der Produktion hatte ich ja schon das Übersteuern kritisiert, doch sonst machte Søren Andersen einen guten Job. Der Klang ist sehr kompakt, heavy und modern, etwas, dass man je nach Geschmack entweder lieben oder hassen kann. Oh, und bevor ich es vergesse: die Solos! Muss ich darüber überhaupt ein Wort verlieren? Immerhin haben wir an den Gitarren zwei Stützers und das sollte alles sagen. Bassist Peter Thorslund ist zwar etwas im Hintergrund, aber durch die vielen starken Basslinien stört das auf dem Album nicht weiter.
Fazit: Das sind Artillery in ihren besten Jahren und jeder Metaller mit einigermaßen (Sach-)Verstand, sollte sich das Album besorgen. Nach all den Jahren hat die Band jetzt endlich die Chance, sich den Respekt zu holen, den sie sich schon immer verdient hat. „When Death Comes“ ist nicht perfekt, aber was ist schon perfekt? Hoffen wir, dass die Band weiterhin so großartige Alben veröffentlicht.
Zu empfehlen: „When Death Comes“, „Uniform“, „Rise Above It All“, „Upon My Cross I Crawl“ und „Chaos Ride“ (Warum ist diese Nummer eigentlich ein Bonus-Track???)
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten
Tracklist (Non-Special-Edition):
1. When Death Comes
2. Upon My Cross I Crawl
3. 10,000 Devils
4. Rise Above It All
5. Sandbox Philosophy
6. Delusions Of Grandeure
7. Not A Nightmare
8. Damned Religion
9. Uniform
10. The End
11. Refuse To Live – Part 2
12. Warhead
Besetzung:
Gesang:           Søren Adamsen
Gitarre:           Morten Stützer
Gitarre:           Michael Stützer
Bass:               Peter Thorslund
Schlagzeug:    Carsten Nielsen
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Musik

CD-Review: Asking Alexandria – Stand Up And Scream

Info
Bandname: Asking Alexandria
Albumname: Stand Up And Scream
Musikrichtung: Metal-/Deathcore mit Dance-Einfluss
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Plastic Head (Soulfood)
Herkunft: England
Myspace: http://www.myspace.com/askingalexandria
Website: http://www.askingalexandriaofficial.com/
Es gibt so viele Genres in der Welt der härteren Töne heutzutage. Die Musik hat sich weiterentwickelt und –verzweigt, da es immer wieder neue Musiker gab, die neues ausprobierten. Einiges erfordert dabei nicht so viel Talent und dafür viel, viel Kreativität. Bei Anderem ist es umgekehrt. Bei Einigem ist beides gefragt und manchmal findet man auch nichts von alledem. Asking Alexandria hat mehr Talent als alle anderen Bands da draußen, die dieser Idee je nachgegangen sind und zeigen trotzdem noch genug Kreativität, um den Hörer bei Laune zu halten.

Nehmen wir eine Band wie The Devil Wears Prada als Beispiel und hören uns deren „Plagues“-Album an. Wenn wir uns jetzt ihr neues „Meisterwerk“ („With Roots Above And Branches Below“) vornehmen, hört sich das beim ersten Mal Hören vielleicht gut an. Wenn wir jedoch genauer hinhören, werden wir feststellen, dass sie sich keinen Zentimeter weiterentwickelt haben. Die Keyboard-Parts sind bestenfalls nichtssagend, das Shouting geht einem sogar noch mehr auf den Strich und Jeremy Depoyster (Gitarre, Gesang) begnügt sich mit der immer wieder selben hohen Gesanglinie an exakt derselben Stelle in jedem einzelnen Song. Der Punkt ist, dass sie nichts verändern. „Stand Up And Scream“ jedoch tut es. Jeder Song hat einen anderen Vibe, obwohl ein paar doch noch leicht ähnlich klingen.
Wenn man auf Breakdowns nicht verzichten will, hat man auf diesem Album haufenweise davon. Das ist sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil. Die meisten Breakdowns klingen jedoch überraschenderweise sehr originell. Dass Danny Worsnop (Keyboard, Gesang) einen starken Dialekt hat, macht das Ganze noch einen Tick interessanter (natürlich nur, wenn man auch Englisch versteht). Was ihn zu einem guten Vokalisten macht, ist der Fakt, dass er ziemlich gut singt und in allen drei Lagen (hoch, tief, mittel) shouten kann, wodurch eine abwechslungsreiche Atmosphäre entsteht. Jetzt hören wir uns wieder The Devil Wears Prada an. Hier wird man immer wieder mit denselben mittigen Shouts bombardiert, die einem die Ohren irgendwann einmal platzen lassen. Asking Alexandria, ob man sie nun liebt oder hasst, machen es um Welten besser.
Das Schlagzeug passt immer gut zum Song. Für diesen Musikstil ist es außerdem äußerst beeindruckend. Die Gitarren sind allerdings an den meisten Stellen zu vorhersehbar. Hier sehe ich Nachholbedarf. Bands wie August Burns Red oder Texas In July sind da weitaus unberechenbarer. Die Songs „I Was Once Possibly, Maybe, Perhaps A Cowboy King“ und „Not The American Average“ geben einen kleinen Fingerzeig zu den Südstaaten. Wenn man nach ernsthaften Texten sucht, wird man sie hier nicht finden, denn die Lyrics sind eher unbeschwert und ironisch.

Letztlich noch ein Wort zu den Keyboards oder den Synths. Ja, hier gibt es tatsächlich auch Dance-Beats zu hören (weshalb einige Schubladenfanatiker auch schon wieder das neue Genre Trancecore ins Leben gerufen haben). An einigen Stellen sind die Synths eine wunderbare Ergänzung zu den anderen Instrumenten, wie im Refrain von „Hey There, Mr. Brooks“. Shawn Milke, einer der Gitarristen und der Sänger von Alesana, hat auf diesem Song fantastische Arbeit geleistet. „A Candlelit Dinner With Inamorta“ besitzt meiner Meinung nach die beste Mischung aus Gesang und Screaming auf dem gesamten Album und ist einer der stärksten Tracks.

Die Produktion des Albums ist großartig. Das Artwork und der Albumtitel sind zwar einfallslos, aber gleichzeitig ist es auch genau das, was momentan in ist. Das Genre mag vielleicht eine Modeerscheinung sein und viele, viele sehr schlechte Bands versuchen jetzt, damit ihr Geld zu verdienen. Doch dieses Album ist von denen, die ich bisher gehört habe, am besten.
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten
Tracklist:
1. Alerion
2. The Final Episode (Let´s Change The Channel)
3. A Candlelit Dinner With Inamorta
4. Nobody Don´t Dance No More
5. Hey There, Mr. Brooks (feat. Feat. Shawn Milke of Alesana)
6. Hiatus
7. If You Can´t Ride Two Horses At Once? You Should Get Out Of The Circus
8. A Single Moment Of Sincerity
9. Not The American Average
10. I Used To Have A Best Friend (But Then He Gave Me An STD)
11. A Prophecy
12. I Was Once Possibly, Maybe, Perhaps A Cowboy King
13. When Everyday´s The Weekend
Besetzung
Gesang, Gitarre, Synthesizer: Ben Bruce
Gesang, Keyboard:                Danny Worsnop
Gitarre:                                   Cameron Liddell
Bass:                                       Sam Bettley
Schlagzeug:                            James Cassells

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Musik

CD-Review: Beady Eye – Different Gear, Still Speeding

Info
Bandname: Beady Eye
Albumname: Different Gear, Still Speeding
Musikrichtung: 60er/70er Jahre-lastiger Brit-Pop
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Beady Eye (Indigo)
Herkunft: England
Myspace: http://www.myspace.com/beadyeye
Website: http://www.beadyeyemusic.com/
Hier ist es. Das neue Oasis … sorry, Beady-Eye-Album. Nach dem Austritt Noel Gallaghers im Jahr 2009, haben sich die übrigen Oasis-Mitglieder Liam Gallagher (Gesang), Gem Archer (Gitarre), Andy Bell (Gitarre) und Drummer-Neuling Chris Sharrock aufgemacht, ihre musikalische Unabhängigkeit zu feiern.
Das erste Mal machte die Band Ende 2010 auf sich aufmerksam, indem man mit „Bring The Light“ einen ersten Song kostenlos zum Download stellte. Schon dieser Song ließ erahnen, dass sich musikalisch nichts großartig ändern würde. Einen Monat später wurde ein neues Album angekündigt, dass nun seit Ende Februar in den Plattenläden zum Verkauf steht.
Was muss man großartig über dieses Album sagen? „Different Gear, Still Speeding“ ist, wie es der vorher schon kostenlos zum Download bereitgestellte Song erahnen ließ, vielen Beatles/Stones-Alben sehr ähnlich. Liam´s Stimme (mit auffallend starkem Hall) klingt stark nach John Lennon, der gesamte Vibe der Songs ist stark der Endsechziger Stones-Ära zuzuordnen. Bei dem Opener „Four Letter Word“ (mein persönlicher Favorit) hat man fast schon das Gefühl, dass John Lennon bei den frühen Deep Purple oder den Doors eingestiegen wäre. „The Roller“ erinnert stark an Lennons „Instant Karma“ (und spätestens jetzt weiß man auch, von wem sich Beady Eyes am meisten beeinflussen ließen). Das Solo ist zwar nicht besonders abwechslungsreich, trotzdem passt es zum Song, ein Ohrwurm, was man spätestens am nächsten Tag merken wird.
Im Großen und Ganzen ist mir das Album dann aber doch zu eintönig. Songs wie „Beatles and Stones“, „Bring The Light“ und „Standing on the Edge of the Noise” ähneln sich für meinen Geschmack doch zu stark. Außerdem sind die Texte für mich überhaupt nicht aussagekräftig und tiefgründig. Die Balladen („Wigwam“, „The Beat Goes On“, „The Morning Son“) wirken leer, unecht und haben keinen Zugang zum Hörer, was nicht zuletzt auch an den zwanghaften Reimpaaren liegt. Nur die temporeicheren Songs („Four Letter Word“, „The Roller“, „Three Ring Circus“) verleiten zumindest zum Fuß wippen und haben Beat-Zeiten-Charakter.
Zusammenfassend bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen, dass dieses Album zwar auf den ersten Blick nur leicht an Oasis erinnern lässt, jedoch trotzdem stark in der 60er/70er Jahre Nostalgie schwebt, von der sich so wenige Menschen heutzutage zu lösen vermögen. Wer gerne die späten Beatles, 60er/70er Rolling Stones und besonders John Lennon hört, dem sei dieses Album herzlich nahe gelegt. Allen anderen ist jedoch auch auf keinen Fall abzuraten. Das Album erscheint am Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, doch spätestens nach dem fünften Mal durchhören, hat auch jeder normale Rock-Hörer wenigstens mit den spärlichen Hits seinen Spaß.
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten
Tracklist
1. Four Letter Word
2. Millionaire
3. The Roller
4. Beatles And Stones
5. Wind Up Dream
6. Bring The Light
7. For Anyone
8. Kill For A Dream
9. Standing On The Edge Of The Noise
10. Wigwam
11. Three Ring Circus
12. The Beat Goes On
13. The Morning Son
Besetzung
Gesang: Liam Gallagher
Gitarre: Gem Archer
Gitarre: Andy Bell
Bass: Jeff Wootton
Schlagzeug: Chris Sharrock
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Musik

CD-Review: Dropkick Murphys – Going Out In Style

Das beste Album seit “Sing Loud, Sing Proud”

Info
Bandname: Dropkick Murphys
Albumname: Going Out In Style
Musikrichtung: Irish Folk-Rock / Punk-Rock
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Cooking Vinyl / Indigo
Herkunft: Irland
Myspace: www.myspace.com/dropkickmurphys
Website: www.dropkickmurphys.com/
Die irische Punk-Rock-Band Dropkick Murphys veröffentlichten heute ihr siebtes Studioalbum „Going Out In Style“. Obwohl es mehr als acht Millionen Rockbands auf der Welt gibt, ist es trotzdem unglaublich schwer, eine zu finden, die aus diesen heraussticht. Die Dropkick Murphys zählen jedoch ohne jeden Zweifel dazu.
Ihre leidenschaftlich destruktive Musik basiert auf einer einzigartigen Kombination aus dem kraftvollen Gesang Al Barrs, starken Basslinien von Ken Casey und den einzigartigen Harmonien von Tim Brennan (Akkordeon, Gitarre), Jeff DaRosa (Banjo, Busuki, Mandoline, Flöten, Mundharmonika) und James Lynch (Gitarren). Man füge nun noch gleichbleibende Melodielinien des Dudelsacks von Scruffy Wallace und aggressive Drumbeats von Matt Kelly hinzu und fertig ist die kreative und fast magisch erscheinende Mischung aus irischem Folk-Rock und Punk-Rock, die die Musik der Band einmalig macht.
Das Album startet mit einem typisch energiegeladenen Dropkick-Murphy-Song namens „Hang ´em High“. Der Titelsong „Going Out In Style“ erinnert mich an „Captain Kelly´s Kitchen“ vom „The Warrior´s Code”-Album, da sich Barr und Casey die Lead-Vocals einteilen. Interessant klingt es allemal, denn Klang und Singstil unterscheiden sich stark. Während Caseys Stimme erbaulich, warm und stark ist, klingt Barr genauso aggressiv wie live, wenn jeder die Adern an seinem Hals bewundern kann.
Der melodische Titel „Broken Hymns“ basiert auf einem leicht rhythmischen Drumbeat, der dem Zuhörer einen vollkommen neuen Eindruck der Band vermittelt. Der unaufhaltsame Spaßsong „Take ´em Down“ bezieht sich auf das soziale Bewusstsein und die standhafte Unterstützung organisierter Arbeit, der Song jedoch ist voll mit schwermütiger Spannung und das trotz der Zeile „Let them know, we gotta take our bastards down.“ (deutsch etwa.:„Lasst sie wissen, dass wir unsere Feinde niederringen.“). Der Song könnte einem jedem Morgen vor einem stressigen Arbeitstag Kraft geben.
Einer der Höhepunkte des Albums sind die Gastvocals Bruce Springsteens in dem Song „Peg O´ My Heart“. Diese Zusammenarbeit macht einen erfrischenden und energischen Eindruck. Der gut eingängige Song macht sehr viel gute Laune, besonders nach dem langsamen, gemütlichen „1953“, der auf einer konsistenten Dudelsackmelodie mit einheitlichen Gesangsharmonien aufgebaut ist. (In diesem Song wartet man vergeblich auf Geschrei.)
Durch das ganze Album zieht sich die hohe Geschwindigkeit, die man von den Dropkick Murphys erwartet, sodass einige sogar in der Lage sein werden, sich durch das Hören dieses Albums in eine Liveperformance hineinzuversetzen.
Bewertung: 5 von 5 Punkten
Tracklist
1. Hang ´Em High
2. Going Out In Style
3. The Hardest Mile
4. Cruel
5. Memorial Day
6. Climbing A Chair To Bed
7. Broken Hymns
8. Deeds Not Words
9. Take ´Em Down
10. Sunday Hardcore Matinee
11. 1953
12. Peg O´ My Heart
13. The Irish Rover
Besetzung:
Gesang:                                              Al Barr
Gesang, Bass:                                     Ken Casey
Schlagzeug, Bodhran, Gesang:          Matt Kelly
Gitarre, Gesang:                                 James Lynch
Gitarre, Akkordeon, Gesang:            Tim Brennan
Mandoline, Banjo, Busuki, Flöten,
Akustikgitarre, Keyboard, Mund-
harmonika, Gesang:                            Jeff DaRosa
Dudelsack:                                         Scruffy Wallace
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Musik

CD-Review: Kids In Glass Houses – Smart Casual

Erfrischend anders

Info
Bandname: Kids In Glass Houses
Albumname: Smart Casual
Musikrichtung: Pop-Punk mit britischen Einflüssen
Erscheinungsjahr: 2008
Label: Roadrunner Records
Herkunft: Wales
MySpace: http://www.myspace.com/kidsinglasshouses
Website: www.kidsinglasshouses.com
Okay, ich bin ehrlich. Nachdem ich ein Bild dieser Band gesehen hatte, mochte ich sie schon ohne sie zu hören. Lead-Sänger Aled Phillips möchte ich zwar nicht zu nahe treten, doch nichtsdestotrotz freute ich mich darüber,  eine Pop-Punk-Band zu sehen, die endlich einmal keinen Schönling seinen Frontmann nennt. Viel zu oft greifen Bands in diesem Genre eher auf ihr Aussehen als auf musikalisches Talent zurück. Ich werde an dieser Stelle keine Namen nennen, hauptsächlich, weil jeder, der sich für dieses Genre interessiert, selber einen oder mehrere Bands nennen könnte, auf die es zutrifft. Ich begnüge mich damit zu sagen, dass die besten Bands meistens genau diese Sicherheitsnetze nicht haben, die sie als Auffangmittel verwenden könnten, wenn es musikalisch nicht mehr so läuft. Sie sind gezwungen, ihre musikalischen Fähigkeiten stärker zu verfeinern als ihre (gutaussehenden) Konkurrenten und das Resultat ist meistens Meilen besser als die Scheiben, die von den Szene-Bands, auf die ich mich oben bezog, hervorgebracht werden.
Genau das scheint in diesem Fall geschehen zu sein, denn Smart Casual ist eines der besten Pop-Punk-Alben, die ich seit Langem gehört habe und definitiv eines der besten Debüts, das man ablegen kann. Immerhin übertrumpfen Kids In Glass Houses damit Madina Lake und Forever the Sickest Kids. Es gibt zwei Dinge, die man hier hervorheben sollte. Erstens ist KIGH´s Sound eine perfekte Mischung aus amerikanischen und britischen Einflüssen. Es ist kein Geheimnis, dass die Szene von amerikanischen Bands dominiert wird und der Klang und die Vorstellungen, die sie mit sich bringt, werden – zumindest in meinem Kopf – oft mit amerikanischer Kultur, besonders mit den sonnigeren Klimaregionen wie Kalifornien und Florida in Verbindung gebracht. Deshalb war ein Übertragen dieses Feelings auf ausländische Bands zu erwarten, doch was KIGH zu etwas Besonderem macht, ist ihr Gefühl, all das mit einer gewissen britischen Note zu versehen. Das Ganze geschieht keineswegs auf clichéhafte Art und Weise, wie es für einige britische Alben zutrifft (Enter Shikari´s Common Dreads wäre ein klassisches Beispiel). Eine kleine Note weniger britischer Basisbands wie Police und Blur beeinflussen ihren Sound, doch es ist nie so viel, dass sie von ihren Pop-Punk-Wurzeln abkommen.

Auch das Fehlen einer Ballade auf dem gesamten Album ist eine brillante Empfehlung. Ich bin nicht per se gegen Balladen, sie sind nur einfach so viel schwerer zu mögen, als Songs auf normaler Geschwindigkeit. Zum einen können sie unsinnig und nicht authentisch wirken, zum anderen könnte man Gefahr laufen, dass keiner dazu tanzen kann und dann besteht da noch das Risiko, dass sie zu gut sind und damit den Rest des Albums einfach vergessen lassen. Jedenfalls beeindrucken mich die Versuche von Bands, das Tempo zu reduzieren immer weniger. KIGH jedoch scheinen sich vollkommen bewusst zu sein, dass Pop-Punk fröhliche, muntere Musik ist und haben kein Verlangen danach, auf irgendeinem der zwölf Titel das Tempo zu verringern. Das Resultat ist so viel besser.

Zu erwähnen sind auch die individuellen Aspekte der Musiker. Das gesamte Album ist eher gut als großartig. Der Gesang ist eingängig genug, um ein Ohrwurm zu werden, ohne sich jedoch jemals auszuzeichnen. Die Lyrics sind catchy genug, dass man sich schneller beim Mitsingen erwischt, als es zu erwarten wäre, doch nie so clever wie die Lyrics von Fall Out Boy. Die Produktion ist allerdings exzellent. Jedes musikalische Element wurde perfekt in Szene gesetzt und erschafft somit ein ideales Klangbild. Die Herangehensweise ist dabei relativ frisch. Der oben genannten britischen Einflüsse ungeachtet, ist “Fisticuffs” ein bisschen härter als der gewohnte Durchschnitt, “Give me what I want” lässt ein paar Spuren Indie erkennen und einige “Duh-duhs” (“Easy Tiger”) und “na-nas” (Church Tongue”) durften natürlich auch nicht fehlen.

Das Album hat alles, was man im Pop-Punk erwartet: es ist frisch, ernst, besitzt Ohrwürmer ohne Ende, und mehr als das fügt es auch noch etwas Neues hinzu – nicht so viel, dass es die Szene-Kids abschrecken würde, aber genug um die Kenner auf- und hinhören zu lassen. Definitiv hat sich das Album einen Platz in jeder Pop-Punk-Plattensammlung verdient.
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Tracklisting:
1. Fisticuffs
2. Easy Tiger
3. Give Me What I Want
4. Saturday
5. Lovely Bones
6. Shameless
7. Girls
8. Good Boys Gone Rad
9. Dance All Night
10. Pillow Talk
11. Raise Hell
12. Church Tongue
Besetzung
Gesang:       Aled Phillips
Gitarre:        Joel Fisher
Gitarre:        Iain Mahanty
Bass:           Andrew Shay
Schlagzeug:  Philip Jenkins