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CD-Review – Congoroo – No, Monkey no!

Info
Bandname: Congoroo
Albumname: No, Monkey no!
Musikrichtung: Alternative Rock
Erscheinungsjahr: 2012
Label: keins
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/pages/Congoroo/130494203628041
Website: www.congoroo.de

Konzeptalben sind ja bekanntlich immer etwas schwierig zu verstehen. Dann aber auch noch ein Konzeptalbum als Debüt zu präsentieren ist ein wirklich gewagtes Experiment. Eigentlich. Congoroo aus Halle haben sich daran versucht und uns auf ihre gewagte Unternehmung aufmerksam gemacht. Mal sehen, ob die Platte unsere Bewertung bestehen kann.

„No, Monkey no!“ beginnt mit dem Song „Don’t End Up“, der mit sphärischen Riffs und emotionalem Gesang eine leicht melancholische Stimmung verbreitet und doch eine gute Rocknummer darstellt. Dem folgt ein kompletter Stimmungsbruch. „Gibbon“ zeigt mit seinem Reggea-Anstrich in der Strophe und dem afrikanisch anmutenden Background-Gesang im ersten Refrain, dass die Einflüsse der Band sehr weit zu reichen scheinen. Der Titel zeigt schon einmal sehr gut, wo das Thema des Albums liegt, wenn man es durch den Namen noch nicht mitbekommen haben sollte.

Auch „One Day“ zeigt sich von einer komplett anderen Seite. Diesmal schlägt die Band in die Punkszene um. Das sorgt definitiv für Abwechslung und ist in meinen Augen ein richtig großer Pluspunkt. Auch der Break gegen Ende des Songs sorgt noch einmal für verdutzte Blicke meinerseits. Ein richtig guter Titel und mein erster Hörtipp. „Welcome to Hell“ verbreitet dann mit seinem ruhigen Intro, das mich von der Stimmung her leicht an Lostprophets‘ „Last Summer“ erinnert, eine mysteriöse Atmosphäre. Der Song selbst ist die erste ruhigere Nummer auf der Scheibe, eine gefühlvolle Halbballade, die man sich gern mehrmals anhört.

Mit „Good Luck“ geht es etwas rockiger weiter. Der Song wartet mit Southern-Rock-Gitarren und einem tollen Drive im Refrain auf. Dazu kommt das geniale Solo und fertig ist der nächste großartige Rocker. Mit „Ape of Hate“ folgt einer meiner absoluten Favoriten auf „No, Monkey no!“. Dschungelklängen im Intro folgen starke Metal-Anleihen, die durch den Breakdown im Song bestätigt werden. Und trotzdem sorgt auch diese Nummer durch die Strophe und den Part nach dem Hardcore-Refrain für echte Überraschungsmomente.

Jetzt ist aber auch mal eine richtige Pause nötig und die bietet die Band mit „So Small“. Bereits das Klavierintro impliziert eine Gelegenheit zum Durchatmen. Ein gefühlvoller Refrain und leichte Blues-Anleihen in der Strophe sorgen für eine großartige Rockballade. Rechnet man nun noch den explosiven Beginn des Solos dazu, hat man den nächsten Hörtipp. Ein Song der klassischen „Nothing Else Matters“-Art. Mit „Pray for Rain“ bekommt man auch schon wieder ein paar mehr BPM geboten. Der Titel verkörpert den klassischen Skate Punk, den man so auch schon von NOFX, Zebrahead und Kollegen gehört hat und der am Anfang jeder Teenie-Komödie laufen könnte (ihr wisst schon: Golden Gate Bridge, Cabrio, Sonnenschein, diese Art von Film).

Es folgt „Monkey Revolution“, eine Halbballade mit tollem Gitarrenspiel, klasse Songwriting und einem wirklich gefühlvollen Refrain. Alles in allem erneut ein Hörtipp, dem mit „You Say“ wieder eine sehr abwechslungsreiche Nummer folgt. Die Jungs kennen das Wort „Ausgewogenheit“ nicht nur, sie leben es. Der coole Groove der Strophe wird hauptsächlich getragen von einer tollen Bassmelodie, bevor es dann mit Einstieg der Gitarren sehr rockig wird. Später explodiert der Song in eine punkige Rocknummer und bietet mir noch ein wirklich cooles Solo nach dem Break. Ein Hörtipp? Definitiv, aber mir fällt es irgendwie wirklich schwer, einen Song nicht als Hörtipp zu nennen.

Wenn man jetzt denkt, dass jede Musikrichtung irgendwie abgedeckt wurde, belehren Congoroo einen erneut eines Besseren. „Hypnotize“ zeigt sich von der Nu-Metal-Seite, bietet Rap in der Strophe und ganz plötzlich und unerwartet bricht alles zusammen und man bekommt den Eindruck als wäre man von Limp Bizkit zu Johnny Cash weiter gereicht worden. Wer hier am Songwriting mäkelt, sollte dringend seine Musikkenntnis hinterfragen. Gerade als ich den Gedanken bekam, dass das Einzige, was dieser Platte jetzt noch fehlt, ein Akustiksong ist, bekomme ich „Hollow“ zu hören. Ja, ein Akustiktitel. Ein sehr gefühlvoller und nachdenklich machender Abschluss für das Album und der letzte Hörtipp, den ich noch vergeben kann.

Fazit: Abwechslung, Ausgewogenheit, weitreichende Einflüsse, großartiges Songwriting können mich mehr als nur überzeugen. Auch das Thema des Albums ist musikalisch recht häufig herauszuhören. Obwohl ich einer Debütplatte nie mehr als 8 Punkte gebe, ist „No, Monkey no!“ so genial, dass ich diese Schallmauer doch einreißen muss.

Hörtipps: „One Day“, „Ape of Hate“, „So Small“, „Hypnotize“, „Hollow“

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Don’t End Up
2. Gibbon
3. One Day
4. Welcome to Hell
5. Good Luck
6. Ape of Hate
7. So Small
8. Pray for Rain
9. Monkey Revolution
10. You Say
11. Hypnotize
12. Hollow

Besetzung:
Gesang: Matze
Gitarre: Stefan
Gitarre: Max
Bass: Marcel
Schlagzeug: Gregor

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EP-Review: Salut the Sergeant – Heavy Walk

Info
Bandname: Salut the Sergeant
Albumname: Heavy Walk (EP)
Musikrichtung: Alternative Rock
Erscheinungsjahr: 2013
Label: keins
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/Salut.The.Sergeant

Als Amateurmusiker (zu der Gattung gehört übrigens jeder hier bei New Rock Reviews) weiß man, wie schwer es ist, einen eigenen Sound zu finden, mit dem man zufrieden ist und gleichzeitig auch irgendwie einzigartig klingt. Die Leipziger Salut the Sergeant haben sich an diesem Spagat auf ihrer Debüt-EP „Heavy Walk“ probiert – und gut gemeistert?

Die EP beginnt mit dem Song „Steve“, der mich durch seinen Pre-Punk-Einfluss stark an The Velvet Underground erinnert, auch wenn der Song am Ende nicht total zerstört wird. Aber gerade wegen diesem Flair und dem coolen Taktwechsel am Ende der Nummer, wird der Song zum Hörtipp.

Auch der Titeltrack „Heavy Walk“ zeigt sich von einer stark funkig-jazzigen Seite. Definitiv eine richtig coole Nummer. Gesanglich bewegt sich das Ganze irgendwo zwischen Dylan und Lou Reed, was wohl nicht jedermann’s Sache ist, mich allerdings nicht weiter stört, schließlich sprach man in den 60er Jahren auch vom fehlenden Talent eines Neil Young (oder auch Lou Reed), die beide heutzutage immer noch durch die Welt touren.


Der letzte Track der EP, „Down at the Bar“, beginnt recht alternativ und leicht jazzig. Besonders in der Strophe hat der Song einen Klang, als wäre er aus einem dieser altmodischen Detektiv-Filme entnommen, was mich allerdings trotzdem überzeugen kann. Es dauert auch nicht lange, bis die Nummer richtig losgeht und quasi explodiert. Gemeint ist hier der Mittelteil, der später wieder in diesen jazzigen Anstrich übergeht. Für Abwechslung ist also auch hier gesorgt.

Fazit: Der anfangs erwähnte Spagat ist meiner Meinung nach gut gelungen. Die 60er-Jahre-Produktion, einfallsreiches Songwriting, der bereits jetzt schon gefundene Stil und ein wenig Zeit zum Reinhören sind definitiv ein großes Plus für die EP. Allerdings kann ich auch Salut the Sergeant auf Grund der geringen Songanzahl (auch wenn ich weiß, dass es gerade finanziell schwer ist, mehr Songs auf eine eigene EP zu pressen) nicht mehr als 6 Punkte geben.

Hörtipp: „Steve“

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Steve
2. Heavy Walk
3. Down at the Bar

Besetzung:
Gesang, Gitarre: Markus Lindner
Bass: Christoph Kürz
Schlagzeug: Georg-Maximilian Bielfeldt
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CD-Review: Cold Acid – Cold Kids Don’t Need Acid


Info
Bandname: Cold Acid
Albumname: Cold Kids Don’t Need Acid
Musikrichtung: Alternative Rock
Erscheinungsjahr: 2012
Label: keins
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/coldacidmusic
Website: www.coldacid.com

50er/60er Jahre Rock’n’Roll meets Foo Fighters and DAD – so ungefähr wäre meine erste Beschreibung für die Berliner Band Cold Acid. Da muss das Debütalbum „Cold Kids Don’t Need Acid“ gut sein. Und ich nehme schonmal eins vorweg: Es ist gut.

Produktionstechnisch gibt es an der Platte schon einmal nichts zu mäkeln. Ein klein wenig Garagensound und dreckige 70er Jahre Rockproduktion geben mir nicht den geringsten Ansatz zur Kritik. Stehen also nur noch die Songs zu Bewertung.

„I Got You“ startet gleich mit dem Refrain und wirft mich glatt um. Der treibende Rhythmus und der Refrain machen diesen Song einfach zu einem Ohrwurm. Erster Song, erster Hörtipp – das geht ja gut los. Und mit „Can’t Make It Up“ geht es auch gleich gut weiter. Die Nummer ist in allen Belangen Rock’n’Roll: Länge, Riffing, selbst der leichte DAD-Einfluss. Ein definitiv gelungener Beginn für das Album.

Es scheint, als würden Cold Acid gleich mit den ersten Songs brachial durch mein Zimmer wüten wollen. Zwar hab ich bei „36 Hours“ durch die coole, ruhigere Strophe etwas Zeit Luft zu schnappen, aber schon nach der zweiten Strophe werden mir wieder geniale Rock-Riffs um die Ohren geschlagen, denen ein wirklich gelungenes Old-School-Rocksolo folgt. Auch hier bleibt mir der Refrain wieder wochenlang im Ohr hängen, besonders deshalb, weil ich mir den Song einfach jeden Tag anhören muss. Mit „Story to Pretend“ schalten die Jungs mal einen Gang herunter. Durch die Produktion des Gesangs erinnert mich der Titel leicht an Foo Fighters‘ „White Limo“. Auch wenn er nicht ganz denselben Hit-Charakter hat, bringt er doch ein wenig Abwechslung in die Scheibe.

„Nothing Left“ zeigt sich in der Strophe wieder von einer ziemlich groovigen Seite, allerdings fehlt mir hier ein wenig die Kraft im Refrain. Trotzdem ist die Nummer kein Kandidat für’s Weiterskippen. Das gilt definitiv auch für „City Breakdown“ – meiner Meinung nach der coolste Track auf „Cold Kids Don’t Need Acid“. Ein Bass-Intro, ein Groove, der nichts anderes als Mitwippen zulässt und eine klassisch rockige Songstruktur können mich mehr als nur überzeugen. Schade, dass er keine 45 Minuten dauert (darüber könnte man ja live mal nachdenken, Jungs – zumindest 20 wären cool). Egal, welche Songs man sich auf dem Album noch anhört, „City Breakdown“ ist Pflicht!

„Dead City Walk“ kann mich leider nicht so stark überzeugen wie die vorherigen Songs. Zwar hat der Song einen schönen Mitsingrefrain und ein wirklich gutes Solo, aber am Ende fehlt mir dann doch etwas. Mit „Another Place“ bekomme ich wieder ein etwas ruhigeres Intro geboten. Bei der Nummer gefällt mir besonders die Off-Beat-Strophe, die dem ganzen Song einen Reggae-Rock-Anstrich verpasst. Ganz nettes, und dazu auch noch gelungenes, Experiment.

„Thief!“ haut mich dann wieder komplett um. Für mich ist der Song der beste neben „City Breakdown“, auch wenn es mir bis auf ein, zwei Ausnahmen wirklich schwer fällt, irgendeinen Song nicht als Hörtipp zu nennen. Allerdings ist das Gitarrenspiel hier richtig groß, der Refrain bleibt (nicht zuletzt auch wegen den Leads) einfach hängen und mit Überraschungseffekten (gemeint ist die Pause mit anschließend tollem Solo) spart die Band hier auch nicht. Für mich ist bei „Thief!“ alles dabei, was ich für einen guten Rocksong brauche: eben dieser Überraschungseffekt, das coole Gitarrenspiel und der Groove. „I’ve Told You“ beginnt dann wieder etwas ruhiger. Gesanglich erinnert mich das Lied ganz leicht an Metallica’s „Low Man’s Lyric“. Und auch wenn es für den Leser langsam langweilig wird: das Solo ist erneut wirklich großartig!

Den Abschluss des Albums stellt dann „Can’t Save My Soul“ dar. Und der wartet noch einmal mit Überraschungen auf. Für die Freunde der Unplugged-Musik: Der Song ist akustisch. Diesmal höre ich hier einen leichten Cash-Einfluss heraus, der noch einmal das 50er/60er Jahre Klangbild der Band unterstreicht. Die zweite Überraschung gibt es nur für die glücklichen Besitzer (woohoo!) des physischen Datenträgers (ja, ich spreche von CDs). Ich sag es mal so: Nach dem Ende des Songs lohnt es sich zu warten.

Fazit: Ein geniales Debüt einer wirklich interessanten Band, die definitiv eine größere Bühne verdient. An alle Leser dieses Reviews: Im Info-Abschnitt steht die Facebook-Adresse, wo ihr euch die Songs ordentlich durchhören und für gut befinden könnt. Und an Cold Acid sei nur gesagt: Perfekter Erstling, macht weiter so!

Hörtipps: „I Got You“, „36 Hours“, „City Breakdown“, „Thief!“, „Can’t Save My Soul“

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Tracklist:
1. I Got You
2. Can’t Make It Up
3. 36 Hours
4. Story to Pretend
5. Nothing Left
6. City Breakdown
7. Dead City Walk
8. Another Place
9. Thief!
10. I’ve Told You
11. Can’t Save My Soul

Besetzung:
Gesang, Gitarre: Daniel Prenzlow
Bass, Backings: Christopher Koch
Schlagzeug, Backings: Eric Köckeritz

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EP-Review: Incus – Lifelike

Info
Bandname: Incus
Albumname: Lifelike (EP)
Musikrichtung: Rock
Erscheinungsjahr: 2013
Label: keins
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/incusband
Website: www.incus-band.de/

When Million Sleep haben mir ja schon ganz gut bewiesen, dass es dieses Jahr auch wieder gute, neue deutsche Bands gibt, die es verdient haben, auf New Rock Reviews veröffentlicht zu werden. Jetzt haben uns auch die Osnabrücker von Incus angeschrieben und natürlich können wir auch hier nicht ablehnen, ihre Debüt-EP namens „Lifelike“ zu reviewen.

Die Band lässt mich auch nicht lange warten, sondern startet gleich mit „Carry Me Away“ ganz gut durch. Der Song gefällt mir wegen seinen leicht progressiven Ansätzen, dazu kommen die ruhige, etwas düstere Strophe und (für die Velvet Underground Fans unter uns) ein leicht atonaler Refrain. Ein wirklich gelungener Opener, dem mit „Colours“ gleich mein absoluter Hörtipp der EP folgt. Der Song beginnt mit einem düsteren Intro und erinnert mich (auch bedingt durch den Gesang) in der Strophe und im Refrain an Songs vom ersten Lostprophets-Album. Dazu kommt ein klasse Taktwechsel nach dem ersten Refrain und ein Slide-Solo, das mich in dem Moment wirklich überrascht. Ein absolut cooler Song.

From Scratch“ zeigt sich erneut von der düsteren Seite. Einer eher balladesken Strophe folgt ein Refrain, in dem ich wieder sehr viel frühe Lostprophets heraus höre. Auch diese Nummer ist echt gelungen. „The Equation“ bestätigt meinen Eindruck, dass die ganze EP eine sehr düstere Atmosphäre besitzt. Besonders während der ruhigen Strophe wird das deutlich und im Mitteilteil verstärkt sich meine Einschätzung durch Screams und einen kleinen Breakdown, der mich ganz leicht an die kanadischen Prog-Metaller von Protest the Hero erinnert. Bisher überzeugen mich Incus mit einem wirklich sehr einfallsreichen Songwriting. „The Equation“ ist definitiv ein weiterer Hörtipp.

Mit „Blind Spot“ hat sich das erste Lostprophets-Album spätestens verabschiedet. Jedoch höre ich diesmal im Refrain (erneut bedingt durch den Gesang) einen leichten System of a Down-Einfluss heraus. Der Song schließt mit einem rockigen Breakdown gegen Ende und auch hier werde ich nicht enttäuscht. „Masquerades“ ist dann leider auch schon der letzte Song der EP. Und wieder werde ich überzeugt. Eine cooles, rockiges Introriff, das sich immer wieder durch den Song zieht, starke Hard-Rock-Anleihen, Screams und ein Breakdown, den manche Metalcorebands nicht hätten besser schreiben können, veranlassen mich dazu, den letzten Titel als weiteren Hörtipp zu empfehlen.

Fazit: Mit durchweg guten Bassmelodien, einem sehr guten, einfallsreichen Songwriting, guter Produktion (für jeden Fan des Garagensound sehr zu empfehlen) und ein wenig Zeit zum Reinhören können mich Incus überzeugen. „Lifelike“ bekommt von mir für eine Debüt-EP sehr gute 7,5 Punkte!

Hörtipps: „Colours“, „The Equation“, „Masquerades“ (!)

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Carry Me Away
2. Colours
3. From Scratch
4. The Equation
5. Blind Spot
6. Masquerades

Besetzung:
Gesang, Bass: Johannes Möllers
Gitarre: Josa Wollheim
Schlagzeug, Gesang: Cornelius Laube
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EP-Review: Varna – This Time, It’s Personal



Info
Bandname: Varna
Albumname: This Time, It’s Personal (EP)
Musikrichtung: Rock
Erscheinungsjahr: 2013
Label: keins
Herkunft: USA
Facebook: www.facebook.com/varnaband
Website: www.varnaband.com

Und wieder haben wir einen Newcomer am Start. Die Amerikaner von Varna haben uns auf ihre Mini-EP „This Time, It’s Personal“ aufmerksam gemacht. Auch wenn es sich dabei nur um drei Songs handelt, habe ich mich trotzdem dazu entschieden, ein kurzes Review darüber zu schreiben. Besonders interessant wird es für mich dadurch, dass sie scheinbar sehr weitreichende Einflüsse haben (laut Beschreibung bewegen sich diese zwischen Mariah Carey und Slayer). Da kann man als Autor auf New Rock Reviews natürlich nicht widerstehen, einmal genauer hinzuhören.

Los geht’s mit dem Song „Down“, der auch gleichzeitig die erste Single der Band darstellt. Das mächtige Intro wird abgelöst von einer ruhigen Strophe, bevor es dann im Refrain wieder die sehr fette Gitarre zu hören gibt. Damit wäre ein Einfluss (Slayer im Gitarrenklang) schon einmal geklärt. Sängerin Tiana Woods steht für den anderen Einfluss und gibt dem ganzen Sound der Band einen etwas poppigeren Anstrich. Für das etwas ungeübte Ohr klingt das Ganze dann erst einmal nach den altbekannten Symphonic-Metal-Bands a lá Evanescence und Nightwish, doch der Gesang ist für mich bei Varna weitaus angenehmer.

Bei „My Heart“ merkt man dann, warum sich die Band auch ein „Pop“ in die Stilrichtung schreiben lässt. Auch wenn der Song doch recht rockig daherkommt und mich teilweise an die besseren Lostprophets erinnert, sind die Lyrics sehr radiotauglich. Auch ein kleineres Solo gibt es zu hören und trotz seiner etwas weniger rocklastigen Art, ist der Song wirklich gut.

„Running Away“ ist mein Hörtipp auf dieser EP. Der Song ist wirklich sehr gelungen und für mich sogar besser als die Singleauskopplung und selbst über kleinere Produktionsfehler (die Band hat offiziell keinen Bassisten und doch ist die ganze Strophe über Bass zu hören) stören mich nicht großartig. Für mich der beste Song der EP, besonders weil er mir einfach nicht mehr aus dem Ohr geht.

Fazit: Mit drei Songs ist die ganze Aufnahme doch recht kurz, allerdings ist die Qualität der Songs sehr hoch. Eine EP, die ich trotz der kurzen Laufzeit guten Gewissens empfehlen kann.

Hörtipp: „Running Away“

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Down
2. My Heart
3. Running Away

Besetzung:
Gesang: Tiana Woods
Gitarre: Rossen Pinakas
Schlagzeug: Rob Shin

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Musik

CD-Review: Bring Me The Horizon – Sempiternal


Info
Bandname: Bring Me The Horizon
Albumname: Sempiternal
Musikrichtung: Metalcore
Erscheinungsjahr 2013
Label: RCA (Sony)
Herkunft: England
Facebook: www.facebook.com/bmthofficial
Website: www.bringmethehorizon.co.uk

Da scrollt man einfach so nichtsahnend durch die neuesten Facebook-Einträge und entdeckt doch tatsächlich eine Albumempfehlung für das neueste Werk von Bring Me The Horizon. Normalerweise hätte ich mich dadurch nicht beeinflussen lassen, denn die Band hatte mich mit ihren ersten drei Alben nie überzeugen können (dazu kommt noch das sehr negative Image der Band neben der Bühne), doch wenn diese Empfehlung von einer meiner absoluten Lieblingsbands kommt (gemeint sind August Burns Red), muss ich dem Album doch tatsächlich mal eine Chance geben.

„Sempiternal“ beginnt mit einem für mich typischen Bring Me The Horizon-Song namens „Can You Feel My Heart“, der mich schon vom Titel her wenig beeindruckt, allerdings bei mehrmaligen Hören doch besser wird. Für mich kein Hit, aber für die Ausgewogenheit der Platte ganz nett. Mit „The House of Wolves“ folgt der erste härtere Titel, wobei mich BMTH durchaus überzeugen können. Selbst Shouter Oli Sykes klingt nicht mehr wie die 16-jährige, die er früher immer gekonnt verstimmlichen konnte, allerdings immer noch weiblicher als Walls of Jericho’s Candace Kucsulain.

Wie gestern schon erwähnt, bleibt mir der Songname „Empire“ dieses Jahr nicht erspart, auch wenn BMTH in Klammern noch den Zusatz „Let Them Sing“ anfügen. Musikalisch schlägt die Nummer in dieselbe Kerbe wie „The House of Wolves“ und auch hier werde ich nicht enttäuscht. Besonders das groovige Anfangsriff bleibt mir irgendwie im Kopf. Sehr gelungen. „Sleepwalking“ sorgt für eine kleinere Abwechslung, wobei mir besonders der Refrain ganz gut ins Ohr geht. Die frühen Linkin Park hätten diesen Teil nicht besser schreiben können und die Breakdowns bringen kurz darauf das nötige Metalcore-Feeling.

„Go to Hell, For Heaven’s Sake“ ist von der Art her bei „Sleepwalking“ anzusetzen, aber schon allein für den Namen gibt es hier von mir volle Punktzahl. Der Song ist zwar etwas ruhiger, jedoch trotzdem ein absoluter Hörtipp. Das gilt definitiv auch für den großen Hit der Scheibe „Shadow Moses“. Ich weiß nicht, wann es passiert ist, aber BMTH sind männlich geworden. Der Breakdown kurz nach dem Intro ist der erste Höhepunkt, der zweite folgt kurz vor dem ersten Refrain und wiederholt sich am Ende noch einmal. Warum eigentlich nicht schon immer so? Und warum nicht 45 Minuten lang? Damit landet die Band bei mir einen Volltreffer.

Mit „And the Snakes Start to Sing“ fallen sie allerdings auch gleich wieder ins alte Muster zurück. Man kann Sykes‘ Tränen quasi beim Gesang aus den Augen fließen hören – für mich ein Song, den sie sich hätten sparen können. Zum Glück ist es keine Vinyl, sodass ich die Nummer relativ einfach überspringen kann. Schade eigentlich, die Scheibe fing gerade an gut zu werden. Auch „Seen It All Before“ fängt ähnlich an, doch wenigstens bleibt der Titel nicht ganz so melancholisch. Weitaus besser als der Vorgänger, aber trotzdem kein Lied, das ich weiterempfehlen würde.

Das ändert sich dann mit „Antivist“. Hardcore-Anleihen im Intro, auf die selbst Bands wie Sick of it All und Walls of Jericho stolz wären und ein Text, bei dem sich Sykes wieder von seiner gewohnt charmanten Seite zeigt, machen bei mir Hoffnung auf eine positive, musikalische Entwicklung der Band. Auch finde ich die Textzeile „There will be no peaceful revolution/No war without blood“ tatsächlich sehr gelungen. „Crooked Young“ ist für mich ebenfalls wieder ein Hörtipp. Schon allein die Breakdowns machen Lust auf ein Livekonzert, das ich tatsächlich mittlerweile besuchen würde. Sehr guter Titel. Punkt.

Der letzte Song, „Hospital for Souls“, ist dann wieder sehr emotional, allerdings doch ein ganz angenehmer Abschluss für das Album, auch wenn er für meinen Geschmack mit fast sieben Minuten doch etwas zu lang geraten ist.

Fazit: Überraschung! BMTH haben sich entwickelt und sind mittlerweile zu einer guten Metalcore-Band geworden. Ab und zu ist mir der Gesang noch etwas zu tränenreich, aber wenn man das abstellen kann, wären die Engländer tatsächlich mal ein Kandidat für meine dauerhafte Playlist.

Hörtipps: „The House of Wolves“, „Go to Hell, For Heaven’s Sake“, „Shadow Moses“ (!!!), „Antivist“, „Crooked Young“

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Can You Feel My Heart?
2. The House of Wolves
3. Empire (Let Them Sing)
4. Sleepwalking
5. Go to Hell, For Heaven’s Sake
6. Shadow Moses
7. And the Snakes Start to Sing
8. Seen It All Before
9. Antivist
10. Crooked Young
11. Hospital For Souls

Besetzung:
Vocals: Oliver Sykes
Gitarre: Lee Malia
Bass: Matt Kean
Keyboard: Jordan Fish
Schlagzeug: Matthew Nicholls

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CD-Review: When Million Sleep – Earth to Air

Info
Bandname: When Million Sleep
Albumname: Earth to Air
Musikrichtung: Rock
Erscheinungsjahr 2013
Label: n.a.
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/whenmillionsleep
Website: www.whenmillionsleep.com

So, einmal von der Insel herunter und zurück in die Heimat. When Million Sleep haben uns auf ihr Debütalbum „Earth to Air“ aufmerksam gemacht und da müssen wir von New Rock Reviews nicht lange überlegen, ob wir die Scheibe rezensieren wollen oder nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass es sich auch lohnt.

Der Opener „Wolves and Bones“ vermittelt schon einmal einen guten Eindruck. Der Song erinnert mich etwas an Funeral For A Friend – nur mit besseren Lyrics – und der Refrain bleibt mir schon nach dem ersten Hören im Ohr hängen. Sehr gelungener erster Titel. „Human Bomb“ zeigt sich von der etwas rockigeren Seite, endet mir aber leider etwas zu abrupt. Trotzdem ein guter Titel.

Auf diesen folgt mit „Movers and Makers“ die erste kleinere Ballade und wie man das von einer solchen erwartet ist die Nummer doch emotionaler angelegt. Auch hier lehnen sich die Jungs wieder stark an FFAF („History“) an, was mir allerdings nicht missfällt, da es sich dabei ja auch um eine meiner Lieblingsbands handelt. „The Sound of a Thousand Wings in the Sky“ ist dann ein kleiner Ausflug in die Popmusik. Der Song ist definitiv radiotauglicher als viele You Me At Six- oder frühe Kids In Glass Houses-Nummern, sorgt aber für eine schöne, kleine Abwechslung.

Mit „Abandon All Ships“ gibt es wieder etwas balladeskere Töne zu hören. Meiner Meinung nach nimmt der Song etwas zu stark den Drive aus der Platte (auch wenn es am Ende noch einmal etwas rockiger wird) und wäre vielleicht an einer anderen Stelle besser eingebaut gewesen. „At Last“ lässt sich schnell wieder als Rocker identifizieren und ist nach den beiden ersten Songs einer meiner Lieblinge auf „Earth to Air“. Auch hier kommt durch Gitarrist und Sänger Thomas Buck der gewohnte FFAF-Touch rein.

Irgendwie haben es die Bands, die ich dieses Jahr reviewen möchte mit dem Songnamen „Empire“. Und irgendwie hat es auch noch keine dieser Bands geschafft, mich mit diesen Titeln zu enttäuschen. Auch When Million Sleep’s „Empire“ ist einer meiner Favoriten des Albums, weil sich mir die Gitarrenlead aus dem Refrain einfach ins Ohr brennt. Einfach nur gut. Auch „The Provider“ hat mich vom Intro bis zum Schluss fest im Griff. Wahrscheinlich, weil ich mich durch den ganzen Song hindurch über das coole Riff im Intro freuen kann, das sich im Lied noch mehrmals wiederholt. Am Ende gibt’s sogar noch einen kleinen Rockbreakdown (für mich als eingefleischten Metalcore-Fan natürlich ebenfalls ein Highlight)! Ein definitiver Hörtipp.

„Inhale ≤ Exhale“ zeigt sich vom Standpunkt der Gitarren her erneut von der Metalschiene beeinflusst. Aber auch hier fühle ich mich stark an bereits mehrfach erwähnte Band erinnert. „Sleeping Awake“ ist der letzte Titel auf „Earth to Air“ und fügt sich problemlos in die Qualitätsstufe der ersten beiden Songs ein. Auch hier wird es noch einmal etwas lauter als bei ein paar anderen Titeln, allerdings ist mir das Ende für den Abschluss eines Albums zu plötzlich.

Fazit: Für eine Debütscheibe war das schon ganz gut, When Million Sleep! Wenn die Jungs es jetzt noch schaffen, einen etwas unabhängigeren und eigenen Klang einzubringen, wird die Band definitiv auch mit dem nächsten Album in meiner Playlist vertreten sein.

Hörtipps: „Wolves and Bones“, „Human Bomb“, „At Last“, „Empire“, „The Provider“
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten
Tracklist:
1. Wolves and Bones
2. Human Bomb
3. Movers and Makers
4. The Sound of a Thousand Wings in the Sky
5. Abandon All Ships
6. At Last
7. Empire
8. The Provider
9. Inhale ≤ Exhale
10. Sleeping Awake

Besetzung:
Gesang, Gitarre: Thomas Buck
Gitarre, Gesang: Alex Walde
Bass, Gesang: Jörg Junker
Schlagzeug: Stefan Peil
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Musik

CD-Review: Stereophonics – Graffiti on the Train


Info
Bandname: Stereophonics
Albumname: Graffiti on the Train
Musikrichtung: Rock
Erscheinungsjahr 2013
Label: Ignition Records
Herkunft: Wales
Facebook: www.facebook.com/stereophonics
Website: www.stereophonics.com

Natürlich darf auch das neue Stereophonics-Album nicht ohne Bewertung auf New Rock Reviews davon kommen. „Graffiti on the Train“ ist dabei ein etwas ruhigerer Vertreter für die im April geplanten Rezensionen. Ich bin mir allerdings sicher, dass sich diese Verschnaufpause auch durchaus lohnt. Ob nun wegen der Qualität von „Graffiti on the Train“ oder wegen der kommenden zu rezensierenden Alben (unter denen übrigens vorerst keine walisische Band mehr sein wird – versprochen), wird sich dabei noch zeigen müssen.

Und damit sind wir auch schon beim Album selbst. „We Share the Same Sun“ ist ein ruhiger Opener, der sich trotz alledem im Refrain etwas rockiger gibt. Bei genauerem Hinhören kann man die ein oder andere Synthesizer-Melodie hören, sogar ein Solo, wie es The Edge nicht besser hätte spielen können, kommt zum Einsatz. Insgesamt sehr gelungen. Und damit sind wir auch schon beim Titeltrack. „Graffiti on the Train“ fasst das Album bereits sehr gut zusammen und zeigt, dass sich die Band diesmal von ihrer eher etwas ruhigeren Seite zeigt. Man bekommt eine sehr ruhige Songstruktur, ab und zu ein paar Geigen und viel Emotion in der Stimme von Sänger Kelly Jones. Dazu passt das ebenfalls sehr emotionale Solo und der dezente Einsatz des Pianos gegen Ende des Titels. Der Text bewegt sich für mich stark an der Grenze zu I Like Trains (wie war das nochmal mit dem Albumnamen?) aus England und ist damit eher in der melancholischen Ecke aufzufinden. Definitiv Lyrics, die einen zum Nachdenken anregen.

„Indian Summer“ ist dann wieder leicht rockiger und fährt in derselben Spur wie der Opener. Auch hier kommen wieder die für viele Stereophonics-Fans ungewohnten Geigen zum Einsatz. Ein wirklich sehr schöner Song, bei dem ebenfalls alles stimmt und der für mich persönlich einen ersten kleinen Hit auf dem Album darstellt. Der folgende Song „Take Me“ zeigt sich von einer etwas anderen Seite, zumal sich Jones im Wechselgesang mit einer nicht benannten Sängerin beweisen kann, wodurch der Song zwar eine sehr angenehme Note bekommt, allerdings für mich doch etwas vom Rest des Albums abfällt.

Der erste Song, bei dem die Waliser wieder an ihre bekanntere Art anknüpfen ist „Catacomb“, der mich tatsächlich auch ein wenig an Oasis und Beady Eye erinnert und besonders gegen Ende wirklich rockig wird. Songwriting a lá Liam Gallagher – definitiv eine gute Abwechslung für dieses doch sehr ruhige Album. „Roll the Dice“ hingegen nimmt die Fahrt auch sofort wieder heraus. Der balladeske Beginn lässt die rockiger eingestellten Reviewautoren anderer Seiten wieder murren. Auch hier kommen während der Strophe wieder Geigen zum Einsatz, die im Refrain von Trompeten ersetzt werden. Meiner Meinung nach ein wirklich gelungener Song.

Auch „Violins and Tambourines“ zeigt sich am Anfang wieder sehr ruhig. Im Songnamen zeigt sich auch schon, welche Instrumente zu hören sein werden. Das Picking-Intro auf der Gitarre bringt die nötige Ruhe und Atmosphäre in die Nummer. Erst gegen Ende nimmt das Ganze an Fahrt auf und wird tatsächlich noch rockiger. Die Steigerung macht den Titel für mich zu einem der besten Songs des Albums. Gleich danach folgt für mich die große Überraschung. „Been Caught Cheating“ ist eine reine Bluesnummer und dazu noch eine sehr gute. Doch mit den Soli eines Henrik Freischlader oder Joe Bonamassa kann sie dann doch nicht mithalten. Trotzdem sieht man an diesem Beispiel, wie weit das Spektrum der Stereophonics reicht. Wieder eine sehr gute und schöne Abwechslung.

Das beeindruckendste bei „In a Moment“ sind für mich unter anderem die Bassbackings in Strophe und Bridge, wodurch der Song einen ganz speziellen Anstrich bekommt. Trotzdem fühle ich mich leicht an U2 erinnert, was jedoch bei weitem kein schlechtes Zeichen ist, sondern wieder für das abwechslungsreiche Songwriting spricht. Auch diese Nummer verdient sich von mir ein „sehr gut“. Auch der letzte Titel wird nicht mehr rockig. Jedoch überzeugt mich auch „No-one’s Perfect“ mit einem Singer/Songwriter-Stil, der mich etwas an den Hit „Maybe Tomorrow“ erinnert. Zwar ein sehr ruhiger Abschluss für ein sowieso schon sehr ruhiges Album, aber trotzdem sehr gelungen.

Fazit: Trotz dem die Band sich diesmal nicht von ihrer rockigen Seite zeigt, kann mich „Graffiti on the Train“ nicht dazu veranlassen, eine schlechte Bewertung zu schreiben. Die Vorwürfe anderer Reviewschreiber (u.a. das Review unter dem Namen „Willkommen auf der Britpop-Resterampe“, in dem der Autor Kelly Jones als musikalisches Chamäleon bezeichnet) mögen für diejenigen zwar begründet sein – ich jedoch muss widersprechen. Die Scheibe ist für meinen Geschmack sehr abwechslungsreich und kreativ, jedoch hätte sie hier und da etwas lauter werden können („Catacomb“ als einziger Rocker ist da ein bisschen wenig).

Hörtipps: „Graffiti on the Train“, „Indian Summer“, „Violins and Tambourines“, „Been Caught Cheating“, „In a Moment“

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Tracklist:
1. We Share the Same Sun
2. Graffiti on the Train
3. Indian Summer
4. Take Me
5. Catacomb
6. Roll the Dice
7. Violins and Tambourines
8. Been Caught Cheating
9. In a Moment
10. No-one’s Perfect

Besetzung:
Gesang, Gitarre: Kelly Jones
Gitarre, Gesang: Adam Zindani
Bass: Richard Jones
Schlagzeug: Javier Weyler

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Musik

EP-Review: I Fight Lions – Storm



Info:
Bandname: I Fight Lions
Albumname: Storm (EP)
Musikrichtung: Alternative Rock
Erscheinungsjahr: 2013
Label: Syrcas
Herkunft: Wales
Facebook: http://www.facebook.com/ifightlions/
Website: www.ifightlions.com

Nach einem kurzen Ausflug zu Heaven’s Basement nach England, lande ich schon wieder in Wales. Tja, langsam wird es auffällig viel, aber ich kann es ja schließlich nicht ändern, wenn so viele gute Bands aus diesem Land kommen. I Fight Lions reihen sich definitiv, trotz ihres geringeren Bekanntheitsgrades, in die Riege der vielen schon einmal aufgezählten walisischen Bands ein.

Beim ersten Song muss ich noch nicht dreimal schauen, ob er richtig geschrieben wurde. Die EP beginnt mit dem Titelsong „Storm“. Das erste, was mich wirklich aufhorchen lässt, ist die wirklich gut gespielte Bassline in der Strophe und natürlich der walisische Text. Obwohl ich immer gedacht habe, dass sich die Sprache für (nicht-balladeske) Rockmusik nicht wirklich eignet (der einzige Song, den ich vorher auf Walisisch gehört habe, war die balladeske Variante von The Joy Formidable’s „Whirring“ namens „Chwyrlio“), bin ich doch angenehm überrascht. Ein Song, der tatsächlich zum Mitwippen einlädt.

Paid a Poeni“ ist dagegen schon eine eindeutigere Rocknummer. Ein Schlagzeugintro und klassisches Rockriffing in der Strophe lassen eigentlich gar nichts anderes zu, als diesen Song zu mögen. Man bekommt sogar eine Double Bass zu hören, die eindeutig nicht von Lars Ulrich gespielt wurde.

Casanova“ beginnt zwar etwas ruhiger, ist aber kurz darauf schon eindeutig der alternativste Song der EP. Die Strophe beginnt mit russisch anmutenden Beats und geht dann in einen rockigen Refrain über, der zum Mitsingen einlädt – vorausgesetzt man beherrscht die Sprache. In der Mitte des Songs gibt es dann wieder einen kleinen Ausflug in die Alternative-Szene, der mit einer Bassmelodie beginnt und dann erneut in Melodien übergeht, die mich immer wieder an Russland erinnern.

Der für mich beste, und leider auch schon letzte, Song der EP ist „Chwil a Chwerw“, bei dem ich tatsächlich dreimal schauen musste, ob ich ihn richtig geschrieben habe. Das ruhige Intro lässt zuerst eine Ballade vermuten, doch entwickelt sich durchaus zu einem etwas härter rockenden Refrain. Als Interlude gibt es dann sogar Gitarren a lá Iron Maiden auf die Ohren. Definitiv ein Hit, auf dem man sicher weiter aufbauen kann.

Fazit: Mit vier Songs eine leider viel zu kurze EP, jedoch eine sehr gelungene. Der Mut der Band, ungeachtet jedes kommerziellen Drangs doch Texte in ihrer Muttersprache zu verfassen, ist eine sehr sympathische Entscheidung. Alles in Allem ist „Storm“ die zweite EP einer Band, die ich in Zukunft definitiv weiter im Auge behalten werde. Für Topbewertungen reicht es allerdings auf Grund der zu geringen Songanzahl leider nicht.

Hörtipp: „Chwil a Chwerw“

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Tracklist
1. Storm
2. Paid a Poeni
3. Casanova
4. Chwil a Chwerw

Besetzung
Hywel Pitts
Rhys Evans
Dan Owen
David Thomas
Kategorien
Musik

CD-Review: Heaven’s Basement – Filthy Empire



Info:
Bandname: Heaven’s Basement
Albumname: Filthy Empire
Musikrichtung: Hard Rock
Erscheinungsjahr: 2013
Label: Red Bull Records
Herkunft: England
Facebook: http://www.facebook.com/HeavensBasement/
Website: http://www.heavensbasement.com

Und wieder bin ich mit einem Review in Großbritannien gelandet. Diesmal beschäftigt mich das Debütalbum der britischen Hard-Rock-Band Heaven’s Basement, die gerade in der Szene momentan sehr hoch bewertet werden. Ein Album, das im britischen Kerrang Magazine vier von fünf K’s erhält, muss ich mir doch auch wirklich näher anschauen. Einen Kritikpunkt finde ich schon beim Cover. Dort steht zwar der Albumname drauf, doch der Bandname fehlt. Marketing Note sechs, denn wie soll man das Album einer Band kaufen, die man gerade erst zum ersten Mal gehört hat, wenn man keinen Bandnamen auf dem Album findet?

Musikalisch allerdings gefällt mir die erste Nummer „Welcome Home“ (hat da jemand bei Metallica geklaut?) ganz gut. Eine Strophe, wie man es von einem Hard-Rock-Opener erwartet, nur im Refrain hat man mir zu viel Weichspüler reingemischt. Produktionstechnisch fällt mir gleich im ersten Song auf, dass es auf beiden Seiten Gitarren zu hören gibt, obwohl die Band nur einen Gitarristen hat. Da wird live sicher viel Power verloren gehen. Ein erster Minuspunkt für die Produktion ist es außerdem. „Fire, Fire“ ist der erste eindeutige Stadionrocker, wie er von Guns’n’Roses und Aerosmith nicht besser geschrieben worden wäre. Auch Sänger Aaron Buchanan überzeugt mich mehr als viele andere „Rock“sänger der heutigen Zeit. Highlight Nummer eins.

Auch „Nothing Left to Lose“ ist wieder ein klassischer Hard-Rock-Titel, kompromisslos und ohne viele Experimente geschrieben und aufgenommen, ein kleines Solo im Intro, bei dem die Rhythmusgitarre im Hintergrund mitspielt, obwohl es diese offiziell gar nicht gibt. Die Strophe wird bestimmt vom Wechselgesang zwischen Buchanan und Gitarrist Sid Glover, aber auch hier wirkt mir der Refrain wieder zu weichgespült (ich persönlich entdecke da die frühen You Me At Six mit einem weitaus rockigeren Sänger). Schade eigentlich, denn die Strophe ließ mehr erwarten. „Lights Out in London“ ist die erste ruhiger Nummer auf der Scheibe. Diesmal gibt es einen passenden Refrain, der dem Song die gewünschte Emotionalität verleiht und Glover beweist erneut, dass er ein wirklich guter Gitarrist ist, dem meiner Meinung nach allerdings ein Kollege fehlt.

Nach der kleinen Verschnaufpause gibt es den ersten gnadenlosen Hard-Rock-Titel, „I am Electric“, der ein wenig Lostprophets durchklingen lässt, allerdings jedem Hörer besonders im Breakdown vor dem Solo alle Luft zum Atmen nimmt. Für mich das zweite Highlight nach „Fire, Fire“. „The Long Goodbye“ ist ein Song, wie man ihn von neuen britischen Rockbands bereits gewohnt ist. Ein guter Rocksong, aber nichts, was der Band ein Alleinstellungsmerkmal in der britischen Rockszene verleihen könnte.

Mit „Heartbreaking Son of a Bitch“ folgt wieder ein zum Mitwippen einladender Titel, dessen Refrain mich zwar erneut leicht an You Me At Six erinnert, der mich aber dennoch überzeugen kann. „Be Somebody“ hingegen ist eine Nummer, die sich mir nicht erschlossen hat. Eine ruhige Strophe, ein mit Pathos überladener Refrain bilden zwar einen Song, aber keinen, der für mich in irgendeiner Weise notwendig gewesen wäre. Leider erneut ein Lückenfüller.

Auch „Can’t Let Go“ ist ein Song, den ich in ähnlicher Form schon von anderen Bands gehört habe. Gerade im Refrain muss ich ganz deutlich an The Offspring denken. Zwar wieder eine gute Nummer, aber leider wieder zu wenig Heaven’s Basement. Mit „The Price We Pay“ werde ich dann noch einmal überrascht. Akustische Gitarren und ein dezent im Hintergrund gespieltes Piano vermitteln einen guten Eindruck als einzige Ballade auf der Platte. Eine willkommene und wirklich sehr gute Abwechslung, die für mich den ruhigen, vielleicht sogar den absoluten, Höhepunkt bietet.

„Jump Back“ ist wieder stark an Aerosmith erinnernder Stadionrock, der aber diesmal absolut willkommen ist und einen beim Refrain förmlich zum Mitsingen zwingt. Der Titel ist tatsächlich ein Kandidat für einen mehrmaligen Durchlauf. Für 45 Minuten reicht es nicht, aber 15 dürfen es sein. Den Abschluss des Albums bietet „Executioner’s Day“, der erneut zum Mitrocken einlädt und gerade wegen des rockigen Endes tatsächlich Lust auf mehr macht. Leider jedoch zu spät für dieses Album.

Fazit: Heaven’s Basement zeigen gute Ansätze für eine neue Hard-Rock-Band, allerdings würde ich mir beim nächsten Album etwas mehr Experimentierfreude und Eigeninitiative wünschen. „Filthy Empire“ ist ein recht gutes Debüt, mit den 4 K’s der Kerrang kann ich allerdings nicht mitgehen.

Hörtipps: „Fire, Fire“, „I am Electric“, „The Price We Pay“, „Jump Back“, „Executioner’s Day“

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten

Tracklist:

1. Welcome Home
2. Fire, Fire
3. Nothing Left to Lose
4. Lights Out in London
5. I Am Electric
6. The Long Goodbye
7. Heartbreaking Son of a Bitch
8. Be Somebody
9. Can’t Let Go
10. The Price We Pay
11. Jump Back
12. Executioner’s Day

Besetzung:

Vocals: Aaron Buchanan
Gitarre: Sid Glover
Bass: Rob Ellershaw
Schlagzeug: Chris Rivers